Visionen Ausgabe 3/2020

Der Huchen, die Rodl und ein Tumorzellenschredder

Es begann mit dem Schutz von Fischen an der Großen Rodl – und am Ende stand ein an der JKU entwickelter Prototyp einer
Maschine, die die Metastasierung von Krebs im menschlichen Körper eindämmen könnte. Wie das eine zum anderen kam? Eine Chronologie.

Von Markus Staudinger
Visionen Ausgabe 3/2020

Somnium - Der Traum von Wissenschaft

Jetzt ist schon wieder was passiert. Das hat er sich oft gedacht, der Breneis Simon. Also eigentlich hat er sich das fast immer gedacht. Zumindest immer dann, wenn es eine Mathematik-Prüfung gab. Das kann er nämlich. Das mit den Zahlen und dem Denken. „Wenn was mathematisch bewiesen wurde, dann hat man die absolute Sicherheit, dass es auch wahr ist.“ Das hat er einmal gesagt, der Breneis. Da hat man schon gewusst: Wenn einer so was sagt, dann wird das was werden mit der Mathematik. Und dann ist es halt auch was geworden mit der Mathematik. Weil bei jeder Prüfung was passiert ist. Was Gutes. Ganz oft. Deshalb ist der Breneis einer der jüngsten Mathematik-Master aller Zeiten an der JKU geworden. Mit gerade einmal 20 Jahren.

„Mathematik kann unheimliche Freude bringen, wenn man sie versteht, und gleichzeitig tief verzweifeln lassen, wenn man nicht mitkommt.“ Auch so was sagt der Breneis. Da spürt man dann ein bisschen, dass er verliebt ist. In das, was er tut. Und so, wie man bei der Liebe ja auch nicht weiß, warum sie einen erwischt, weiß der Breneis Simon auch nicht so genau, warum das mit der Mathematik und ihm halt so ist, wie es ist. Da kann man sich nicht wehren, sagen die Leute. Also gegen die Liebe, die fällt halt hin, wo sie hinfällt. Beim Breneis zur Mathematik. Oder bei der Mathematik zum Breneis. Das kann man sehen, wie man mag. Und wahrscheinlich ist beides richtig. Aber die Geschichte vom Simon und der Mathematik sagt auch was vom Träumen. Weil es ist ja schön, wenn man so träumt. Nur, wenn dann nix davon überbleibt, wenn man nicht mehr schläft, was ist dann so ein Traum eigentlich noch?

Gut, dass der Breneis das nicht kennen muss. Weil der lebt seinen Traum. Aber wenn man ihn so reden hört von Gleichungen, Vermutungen und Funktionen, dann spürt man, dass der Breneis noch Pläne hat. Und Träume. Vom Denken, vom Rechnen und vom Lösen großer Rätsel. Und dann hat man von einem 20-jährigen Mathematiker ganz viel gelernt. Von der Liebe, vom Glück und vom Glücklichsein. Und deshalb ist der Breneis nicht nur gescheit, sondern wirklich weise. 

Die Wissenschaft, darüber kann es keine zwei Meinungen geben, ist eine aufregende Sache. In jeder Ausgabe widmen wir ihr deshalb die letzten Zeilen. Dieses Mal schreibt Simon Breneis, wissenschaftlicher Projektmitarbeiter am Institut für Analysis, über die Faszination Mathematik.

Von Simon Breneis
Visionen Ausgabe 2/2020

Somnium - der Traum von Wissenschaft

Ich muss mich beim Hexen versprochen haben“, sagte die kleine Hexe. Früher war ihr auch schon dann und wann etwas danebengegangen. Aber gleich viermal hintereinander?

Tja, das kann schon einmal vorkommen, wenn man sich mit Biologie, Chemie und Physik beschäftigt. Da geht ein und dasselbe Experiment mehrmals hintereinander daneben. Ganz so, wie bei der kleinen Hexe von Otfried Preußler. Seit ich mich erinnern kann, bin ich von all diesen Naturwissenschaften fasziniert. Weil es ein bisschen wie Zaubern und Hexen ist. Aus dem, was uns die Natur so gibt, Neues zu schaffen. Zu kombinieren. Wirkungen und Effekte zu erzielen, einfach damit, dass man zusammenfügt, was gar nicht zwangsläufig zusammengehört.

Dabei war mein Weg in die Wissenschaft gar kein direkter. Es war eher so wie in der Geschichte, als die kleine Hexe zum ersten Mal auf ihrem neuen Zauberbesen reitet: ein ziemlich wilder Ritt. Nach der Schule, bei mir war es die Polytechnische Schule, begann ich eine Lehre. Zuerst als Drogistin und danach noch eine Lehre als pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin. Da waren sie schon, die Naturwissenschaften. Nur mein Drang nach Wissen war damit noch nicht gestillt. Erst mit der Berufsreifeprüfung kam das Gefühl, dass ein Studium mein Weg sein könnte. Und auch wenn es Physik wurde – für mich waren und sind Naturwissenschaften immer interdisziplinär. Physik, Chemie, Biologie. Das sind Seiten desselben Buches und man sollte sie nicht gegeneinander, sondern miteinander lesen und verstehen.

Mittlerweile forsche und arbeite ich in einem großartigen Team an biologisch abbaubarer Elektronik und jetzt auch Robotik. Also, ganz einfach formuliert, an Robotern und Elektronik, die unsere Umwelt nicht belasten, sondern aus möglichst natürlichen Werkstoffen gebaut werden. Ganz oft geht es uns da wie der kleinen Hexe und wir haben das Gefühl, dass wir uns versprochen haben, weil wieder mal etwas nicht funktioniert. Umso schöner ist das Gefühl, wenn es dann klappt. Und dann komme ich meinem Traum ein kleines Stück näher: Dass es irgendwann solche Roboter ganz normal im Geschäft zu kaufen gibt und ich dann zu meinem Sohn sagen kann: Da hat die Mama mitgearbeitet. Und dann freue ich mich auf das Leuchten seiner Augen und den Stolz, dass seine Mama eine kleine Hexe ist.  

Von Melanie Baumgartner
Visionen Ausgabe 4/2019

Manifest
 

Innovation durch Universitas.

Von Gerald Bast u. Meinhard Lukas
Visionen Ausgabe 3/2019

Chirurgen mit 3-D-Brille

Wer in den Operationssaal gerollt wird, baut auf die Erfahrung, Kunstfertigkeit und höchste Konzentration der Chirurginnen und Chirurgen. Hightech-Medizintechnik möchte diese Könnerschaft unterstützen. Etwa durch patientenspezifische 3-D-Modelle und hochentwickelte Computersimulationen bis hin zum 3-D-Druck.

Von Uschi Sorz
Visionen Ausgabe 2/2019

Die Vermessung der Wissenschafts-welt

Seit Jahren gilt der Impact-Faktor fälschlicherweise als Qualitätsmerkmal einer Zeitschrift. Einige Wissenschaftler denken aber über Alternativen nach.

Von Katharina Kropshofer
Visionen Ausgabe 2/2019

Die beste Tumorzelle ist eine tote Tumorzelle

Seit Jahresbeginn forscht, lehrt und behandelt der deutsche Top-Onkologe Clemens Schmitt als Professor an der Linzer Kepler-Uni. Seine Arbeit könnte die Krebstherapie maßgeblich verändern und die Rückfallquote senken.

Von Markus Staudinger
Visionen Ausgabe 1/2019

Gegen das Vergessen

Demenz ist eines der Phänomene und Probleme einer zunehmend alternden Gesellschaft unserer Zeit.
Bislang gelten die meisten Formen von Demenz als unheilbar. Doch neue Forschung weckt neue Hoffnungen.

Von Christian Heinrich
Visionen Ausgabe 1/2019

Fair Trade für Plastik-Recycling

Wie die JOHANNES KEPLER UNIVERSITÄT LINZ eine grandiose Geschäftsidee in Afrika zur Marktreife bringt.

Von Dieter Hönig
Visionen Ausgabe 4/2018

Ein Herz von Tieren

Angenommen, Sie wären schwer herzkrank und nur ein Spenderherz könnte Ihr Leben retten. Würden Sie das Herz eines Schweines annehmen?

Von REBEKKA HAEFELI
Visionen Ausgabe 3/2018

Anlass zu Spekulationen

Gibt es Leben außerhalb unserer Erde?

Von CLAUDIA LAGLER
Visionen Ausgabe 2/2018

Objektivität in der Wissensvermittlung

Fakten, Transparenz und Vertrauen — JKU-Absolvent und ORF-Anchorman Tarek Leitner bei der Inauguration der KEPLER TRIBUNE über Objektivität in der Wissensvermittlung.

Von Tarek Leitner
Visionen Ausgabe 1/2018

Die weiche Revolution

Metallische Roboter machen Platz – eine neue Generation an weichen, dehnbaren Maschinen und verformbarer Elektronik bahnt sich ihren Weg.

Von MARTIN KALTENBRUNNER
Visionen Ausgabe 1/2018

Kapitale Digital-Irrtümer

Digitalisierung verändert die Produktion, die Logistik, die Arbeit. Aber welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Führung von Unternehmen? Und welche hat sie nicht? Eine Spurensuche mit vier Management-Professoren der JKU, die mit ihrer Lehre und Forschung der Universität neue Impulse geben wollen.

Von DIETMAR MASCHER