Linz School of Education.

Die Linz School of Education wurde 2016 als gesamtuniversitäres Institut der JKU zur Bündelung und Koordination der fakultätsübergreifenden Aufgaben im Rahmen des Engagements der JKU in der PädagogInnenbildung gegründet.

Öffnungszeiten Sekretariat

Wochentag Öffnungszeiten
Montag 08.00 - 15:45 Uhr
Dienstag 08.00 - 15:45 Uhr
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Linz School of Education

Adresse

Johannes Kepler Universität Linz
Altenberger Straße 69
4040 Linz

Standort

Science Park 5, 4. Stock

E-Mail

soe@jku.at

News & Events
Event 06.09.2021

11. Konferenz der Ellipsometrie

Informationen zur Veranstaltung sind auf unserer englischen Seite verfügbar.

News 02.07.2021

Benachteiligte Schüler wurden abgehängt

science.orf.at vom 29.06.2021

In den vergangenen eineinhalb Jahren haben Schüler und Schülerinnen kaum Zeit in der Klasse verbracht. Die Bilanz der Bildungsforschung: Für Kinder aus bildungsfernen Schichten erwies sich der Fernunterricht mitunter als völlig ungeeignet.

Insgesamt sei die Studienlage zu Lernverlusten aufgrund von Schulschließungen nicht einheitlich, sagte Stephan Huber vom Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zug bei einer Onlinepressekonferenz. Manche Untersuchungen würden zum Schluss kommen, dass sich die Schließungen nicht so stark ausgewirkt hätten, die Mehrheit gehe aber von Einbußen aus.

Viel entscheidender sei aber ohnehin die Auswirkungen der Schulschließungen auf unterschiedliche Schülergruppen, meinte Huber. In der einen Gruppe gebe es keine Lernverluste und in anderen schon – und das seien eben Kinder aus bildungsfernen Familien. Aber auch jüngere Kinder hätten mehr Probleme gehabt.

„Manche haben gar nichts gemacht“

Bei seinen Erhebungen über die Zeiteinteilung von Schülern während der Pandemie habe sich etwa gezeigt, dass ein Drittel der Schüler mehr gelernt hätte als in der „normalen“ Schulzeit. Das seien jene Schüler, die morgens aus dem Bett kommen und ihre Zeit gut strukturieren können. „Aber es gibt eben auch ein anderes Drittel, das abgehängt wurde“, so Huber.

Das seien eben jene, die sich selbst nicht so gut strukturieren können und generell passiver seien. „Was sie mehr tun als andere, ist Zocken und Computerspielen.“ Diese Gruppe habe während der Schließungen praktisch gar nichts für die Schule gemacht – was oft nicht an mangelndem Zugang zu digitalen Geräten lag, weil Computerspielen ja offenbar ging.

Huber plädierte dafür, die Selbstorganisation bzw. das Lernen mit und über Technologie von Schülern zu stärken. Bildung müsse auch weiter verstanden werden als das bloße Nachholen von Lernstoff. Da gehe es vor allem um motivationale Effekte. Man dürfe auch nicht zu stark auf Tests fokussieren: Schüler würden dadurch nicht klüger, mehr motiviert, sozial kompetenter oder emotional besser aufgestellt. Dementsprechend müsse man Schritt für Schritt handeln und besonders belastete Gruppen auch besonders unterstützen.

„Selektionslogik“ an Schulen

Ebenfalls auf die Bildungsungleichheit fokussierte Barbara Herzog-Punzenberger, Professorin für Schulpädagogik und allgemeine Didaktik an der Uni Innsbruck. Sie kritisierte etwa die „Selektionslogik“ des österreichischen Bildungssystems. „Wir haben ganz viele Maßnahmen, um Schülerinnen und Schüler auszuwählen und auszusortieren.“ Das beginne bei der Vorschule und setze sich bei Deutschklassen, dem Sitzenbleiben, der Sonderschule und der frühen Trennung in AHS und Mittelschule fort. Gleichzeitig zeige sich aber, dass Schulsysteme, die nicht auf Trennung setzen, tendenziell besser bei Leistungstests abschneiden würden.

Außerdem müsse etwas gegen die Segregation in der Schule getan werden – also etwa die vorwiegende Zusammensetzung von Klassen oder Schulen mit Kindern aus benachteiligten Familien. „Ich kann entweder die Zusammensetzung ändern, oder ich versuche, hochsegregierte Standorte in besonderer Weise zu unterstützen“, so Herzog-Punzenberger – etwa durch zusätzliche Lehrkräfte und Unterstützungspersonal im Rahmen eines Chancenindex.

Nachholbedarf bei pädagogischer Ausbildung

Und schließlich müsse man bei der Lehrerausbildung ansetzen. In der Grundausbildung würden die angehenden Pädagoginnen und Pädagogen nicht ausreichend auf den Umgang mit Mehrsprachigkeit und Migration vorbereitet.

Es gebe zwar Angebote, diese seien aber nicht verpflichtend – und das, obwohl die Lehrerausbildung in Österreich im internationalen Vergleich ohnehin mit am längsten dauert, meinte die Forscherin. „Wir reproduzieren in unserer Ausbildung derzeit den Status quo, den wir gleichzeitig kritisieren.“

News 15.06.2021

Moderne Lehre: interaktiv statt frontal

Was macht zeitgemäße Lehre aus? Wir haben Kepler-Award-Preisträgerin Prof.in Smirna Malkoc gefragt.

News 11.06.2021

1 Jahr Fernunterricht! Erkenntnisse zur Entwicklung der Lage aus Sicht der Eltern

science.apa.at vom 10.06.2021

Seit März 2020 kam es in Österreich aufgrund der Corona-Pandemie zur wiederholten Schließung der Schulen. Dies stellte viele Eltern und ihre schulpflichtigen Kinder vor neue Herausforderungen. Eine für Österreich repräsentative Elternbefragung der Abteilung für Bildungsforschung an der Linz School of Education der Johannes Kepler Universität gibt nun Aufschluss über die Entwicklung der Lage.

Zunahme der psychischen Belastung

Die Belastung von Eltern schulpflichtiger Kinder ist während des letzten Jahres deutlich gestiegen. Beinahe jeder zweite befragte Elternteil (46 Prozent) berichtete während des Lockdowns im Jänner 2021 davon, am Limit zu sein. Die Eltern nahmen die Schließung der Schulen sowohl für sich selbst (47 Prozent) als auch für den*die Partner*in (36 Prozent) bzw. für ihr jüngstes schulpflichtiges Kind (45 Prozent) als große psychische Belastung wahr.

Eine Vergleichsstudie zum Lockdown Anfang 2021 in Deutschland (Wößmann et al., 2021) kommt zu einem ähnlichen Urteil: Rund die Hälfte der Eltern (52 Prozent) gaben an, stark belastet zu sein. Ein ebenso hoher Anteil (49 Prozent) gab an, dass ihre Kinder stark belastet sind. In der Befragung zum Lockdown im Frühjahr 2020 in Deutschland (Wößmann et al., 2020) war der Anteil an Eltern, die für sich und für ihre Kinder von großer psychischer Belastung berichteten, mit jeweils rund einem Drittel (38 Prozent) noch deutlich geringer.

Die Befragung der Eltern aus Österreich zeigt darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen dem Alter der Kinder und der erlebten Belastung. Je älter das jüngste Schulkind ist, desto seltener empfanden Eltern die Situation der Schulschließungen für sich bzw. ihre Familie als belastend. Zwischen Eltern mit bzw. ohne akademischen Abschluss zeigte sich diesbezüglich kein Unterschied. Eltern von leistungsschwächeren Kindern erleben die Schulschließungen häufiger stark belastend.

Herausforderungen aus Sicht der Eltern

Die Lernbegleitung (Motivation, Anleitung, Erklärung) und Lernkontrolle während der Schulschließungen stellten für mehr als die Hälfte der befragten Eltern (57 Prozent) eine besondere Herausforderung dar. Darüber hinaus stellten das fehlende Schulwissen und die fehlende Zeit mehr als ein Drittel der Eltern (29 Prozent bzw. 48 Prozent) vor große Probleme. Es zeigt sich, dass vor allem Eltern von jüngeren Schulkindern, sowie Eltern von leistungsschwächeren Kindern und Eltern ohne akademischen Bildungsabschluss deutlich häufiger von diesen Herausforderungen berichteten.

Im Hinblick auf ihre Kinder nahmen Eltern vor allem den fehlenden sozialen Kontakt zu Gleichaltrigen (80 Prozent), das selbstständige Lernen (51 Prozent) und die Beibehaltung eines geregelten Tagesablaufs (46 Prozent) als herausfordernd wahr. Dem stimmten mehr Eltern von jüngeren Kindern zu, während die Eltern von älteren Kindern eher das frühe Aufstehen oder die fehlende elterliche Hilfe bei den schulischen Aufgaben als Herausforderungen für ihre Kinder wahrnahmen.

Zunahme schulischer Aktivitäten zuhause

Laut Angaben der Eltern verbrachten ihre Kinder im Lockdown Anfang 2021 durchschnittlich rund vier Stunden täglich mit Lernen zuhause. Verglichen mit der Befragung aus Deutschland zum Lockdown im Frühjahr 2020 entspricht das einem Anstieg von etwa einer Stunde täglich. Allerdings reduzierte sich die Anzahl der Stunden, die schulpflichtige Kinder in Österreich für den Schulbesuch UND das Lernen zuhause täglich aufwenden, laut Elternangaben von beinahe acht Stunden täglich vor dem Lockdown auf sechs Stunden täglich während des Lockdowns. Dabei werden für den Schulbesuch im Durchschnitt etwa zweieinhalb Stunden täglich aufgewandt.

Lernerfolg und Lernmotivation

Mehr als die Hälfte der Eltern (58 Prozent) berichtete, dass ihr Kind während der Schulschließungen Anfang 2021 deutlicher weniger dazugelernt hat als im normalen Unterricht vor der Pandemie. Auch im Hinblick auf die fehlende Motivation der Schulkinder während des Fernunterrichts zeigt sich ein ähnliches Bild. Fasst die Hälft der Eltern (47 Prozent) gab an, dass ihr Kind während der Schließung der Schulen ungern lernt.

Dabei lassen sich kaum Unterschiede zwischen den Schultypen festmachen, wohingegen Eltern von leistungsschwächeren Kindern deutlich seltener von Lernerfolgen und Lernmotivation während des Fernunterrichts berichteten.

Zunahme digitaler Tools

Ein Blick auf die Art der Bereitstellung von Lernaufgaben während des Fernunterrichts zeigt, dass digitale Lernplattformen traditionellere Übermittlungswege wie das E‑Mail als das am häufigsten eingesetzte Tool abgelöst haben. Zwei Drittel der Eltern (63 Prozent) berichteten vom Einsatz digitaler Lernplattformen zur Übermittlung von Lernmaterialien, während nur vier von zehn Eltern (38 Prozent) den Einsatz von E‑Mails wahrgenommen haben. In einer deutschen Vergleichsstudie zum Lockdown im Frühjahr 2020 nahmen digitale Lernplattformen noch den zweiten Platz hinter anderen Tools, wie E‑Mail oder WhatsApp, ein.

Wenig gemeinsamer Unterricht mit der ganzen Klasse

Während in Volksschulen die Bereitstellung von Aufgaben in Papierform überwog, kamen vor allem ältere Schüler*innen in den Genuss synchroner digitaler Lehre. Dennoch hatte knapp ein Drittel (31 Prozent) aller Schüler*innen nie oder weniger als einmal pro Woche gemeinsamen Unterricht mit der ganzen Klasse (z.B. per Videokonferenz). Eltern von Volksschulkindern gaben sogar mehrheitlich (51 Prozent) an, dass ihr Kind keinen gemeinsamen Unterricht hatte.

Schulschließung als richtige Maßnahme

Die für Österreich repräsentative Elternbefragung zum Lockdown Anfang 2021 zeigt darüber hinaus, dass lediglich ein Drittel aller Eltern (35 Prozent) die Schließung der Schulen als richtige Maßnahme empfand. Im Lockdown im Frühjahr 2020 waren in Deutschland noch rund 80 Prozent der befragten Eltern von der Schließung der Schulen überzeugt. Je älter die Kinder der in Österreich befragten Eltern, desto eher stimmten die Eltern dieser Aussage zu. Eltern ohne akademischen Abschluss und Eltern von leistungsschwächeren Kindern nahmen die Schul-Lockdowns deutlich seltener als richtige Maßnahme wahr.

Aufgaben der School of Education

Vor allem in den den Bereichen Bildungsforschung und Didaktik der Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MINT) haben wir uns diese zentralen Aufgaben gesetzt:

Lehre

Koordination und Weiterentwicklung der JKU-Beteiligung an PädagogInnenbildung Neu sowie am Masterstudium Schulmanagement durch Abstimmung mit den Fachinstituten innerhalb der JKU sowie mit den anderen Partnern in Oberösterreich und im Cluster Mitte (Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Schulpraxis), bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Beiträge zu anderen Studienrichtungen der JKU sowie zu Fort- und Weiterbildungsangeboten, Evaluation der PädagogInnenbildung Neu. Die Studienrichtungen der JKU umfassen Lehramt Sekundarstufe, Wirtschaftspädagogik, Masterstudium Politische Bildung, Masterstudium Schulmanagement (Universitätslehrgang), Fachdidaktik, Doktoratsstudien (PhD in Education), Geistes- und Kulturwissenschaften sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Forschung

Bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Forschung zu Fragen der Lehrerbildung, des Lernens und Lehrens an Schulen sowie des Bildungswesens und seiner Bedingungen auf internationalem Niveau, Nachwuchsförderung durch Doktoratsprogramme.

Information und Außendarstellung

Koordinierte Information der Studierenden und Öffentlichkeitsarbeit für Forschung und Lehre an der JKU im Bereich der Fachdidaktiken und Bildungsforschung.

Organisation

Direktorium

Name DW E-Mail
Univ. Prof. DI Mag. Dr. Dr.h.c. Markus Hohenwarter 6871 markus.hohenwarter@jku.at
Univ.-Prof. Mag. Dr. Christoph Helm 7241 christoph.helm@jku.at

 

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