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Leitfaden für Ihre Diplom- oder Masterarbeit

Hier finden Sie wichtige Tips für Ihre Diplom- oder Masterarbeit

Diplom- oder Masterarbeitsthemen im Angebot

Dr. Herbert Altrichter

1. Arbeitsbereich Bildungsreform und Steuerung des Schulwesens

Schulische Qualitätssiegel – Welche Schulen bewerben sich? Wie bereiten sie sich darauf vor?

Im Bereich der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen gibt es einige Qualitätssiegel (z.B. ÜFA, COOL), um die sich Schulen, die besondere Qualitäten in ihrem Angebot haben, bewerben können. In einer Diplomarbeit könnte untersucht werden (mit unterschiedlichen Methoden: quantitativ oder qualitativ), welche Schulen sich unter welcher Motivation für solche Qualitätssiegel bewerben, wie sie sich darauf vorbereiten und wie dieses Engagement von den verschiedenen schulischen Stakeholder eingeschätzt wird. Eine quantitative Untersuchung könnte Unterschiede zwischen Schulen mit und ohne Qualitätssiegel eruieren.

Wettbewerbe und außerschulische Zertifikate als neue Elemente der Schulkultur

Immer mehr Wettbewerbe (z.B. Marketing-Trophy, Börsenspiele, Physik-Olympiade) werden Schulen zur Teilnahme angeboten. Nach Aussagen von LehrerInnen verändert die Vorbereitung auf diese oft eine Veränderung des Unterrichts.

Manche Schulen gehen dazu über, neben den üblichen schulischen Zeugnissen, SchülerInnen die Gelegenheit zu geben, zusätzliche Zertifikate von außerschulischen Anbietern (z.B. Cambridge Certificate, WIFI usw.) zu erwerben.

Beide Phänomene könnten durch Fallstudien bei dabei besonders engagierten Schulen, durch Untersuchung in einem Bundesland usw. erforscht und in ihrer Bedeutung für eine Veränderung der Unterrichtsgestaltung, der Schulkultur und des gesellschaftlichen Stellenwerts von Schule eingeschätzt werden. Nach der ausgezeichneten Diplomarbeit von Prenninger (2011) könnten weitere Schulen und Wettbewerbe, ev. auch mit anderen Forschungsmethoden, untersucht werden

Wie entstehen Schulprofile in Handelsakademien und anderen Schulen?

Es soll untersucht werden, wie Schulprofilierungen und inhaltliche Schwerpunkte in Schulen aufgebaut und gepflegt werden sowie welche Wirkungen sie nach innen und außen haben. Als solche Schulprofilschwerpunkte kommen in Frage:

  • Internationalität (z.B. internationale Wirtschaft)
  • Ökologie/Bildung für nachhaltige Erziehung
  • Sprachen
  • Kunst (bildnerische Erziehung, Musik)
  • Computer usw.

Methodisch können diese Fragen in einem Fallstudienansatz untersucht werden: Auf der Basis von Dokumenten und Interviews wird eine Fallstudie über Schulen geschrieben (methodisches Vorgehen ähnlich wie bei Altrichter/Prexl-Krausz/Soukup-Altrichter: Schulprofilierung und neue Informations- und Kommunikationstechnologien. 2005).

Eine derartige Arbeitsstrategie wäre auch für Studentengruppen von zwei bis drei Personen geeignet: Jedes Mitglied schreibt eine Schulfallstudie; die Fallstudien der Gruppe werden einer vergleichenden Analyse unterzogen.

Implementation der „Zentral-Matura“

Eine neue Form der Reifeprüfung soll an den Allgemeinbildenden und Berufsbildenden Höheren Schulen umgesetzt werden, die Neuerungen für Lehrpersonen und Schüler/innen mit sich bringt. In einer Diplomarbeit könnte untersucht werden, wie sich Lehrpersonen auf diese Neuerung vorbereiten, wie sich die Neuerung in der Unterrichtsgestaltung auswirkt und auf welche Weise Schüler/innen diese Neuerungen wahrnehmen.

Qualitätsmanagement im neuen Nationalen Qualitätsrahmen (NQR) – Schulinspektionen und schulische Entwicklungspläne

Im neuen nationalen Qualitätsrahmen (NQR), der ab dem Schuljahr 2013/2014 an österreichischen Schulen umgesetzt werden soll, ist vorgesehen, dass sich Schulen nach vorgegebenen Dimensionen der Schulqualität selbst evaluieren. Auf dieser Basis sollen Schulinspektor/innen mit Schulen Leistungsvereinbarungen („Entwicklungspläne“) abschließen.

Im Rahmen dieser neuen Entwicklung bieten sich einige Diplomarbeitsthemen an: Schulinspektions- und Qualitätsmanagementsysteme in anderen Ländern können analysiert werden. Pilotprojekte über die Umsetzung des neuen Qualitätsmanagements können untersucht werden. Fallstudien über Schulen können geschrieben werden, die entsprechend der neuen Überlegungen Selbstevaluationen durchführen und Schulentwicklungspläne schreiben. In einer anderen Arbeit können weitere Fallstudien zu den Effekten, die solche Leistungsvereinbarungen haben, verfasst werden.

Evaluierung von eCOOL in der Schulpraxis

eCOOL ist eine Kombination der Lernmethode COOL mit Einsatz von neuen Medien – im Vergleich zu reinem COOL-Einsatz. Wie wird eCOOL implementiert? Welche Potentiale und Schwieirgkeiten nehmen Lehrpersonen wahr? Wie erleben SchülerInnen eCOOL? angebracht, Können sie zwischen eCOOL-Arbeitsaufträgen und normalen eLearning-Arbeitsanweisungen bzw. COOL-Aufträgen unterscheiden? Welche Aspekte nehmen sie als förderlich bzw. hinderlich wahr?

Welche Möglichkeiten der Weiterentwicklung von eCOOL gibt es? Welche Auswirkungen bzw. Änderungen kann der Durchbruch von Social Media auf eCOOL haben? Schulkontakt: A. Riepl, BHAK Steyr

Ganztägige Schulformen – Modelle, Erfahrungen, Qualitätskriterien

Die Zahl von ganztägigen Schulangeboten nimmt zu und könnte die Arbeitsweise in den Schulen und die Aufgaben von Lehrpersonen verändern. In einer Diplomarbeit könnten internationale und österreichische Erfahrungen ausgewertet werden und Qualitätskriterien für die Gestaltung von ganztägigen Schulformen formuliert werden.

Elternmitsprache und Elternmitarbeit in der Schule

Eltern ist im Rahmen der Schulpartnerschaft ein formelles Mitgestaltungsrecht in den Schulen zugesprochen worden. In einer Diplomarbeit könnte untersucht werden, wie an verschiedenen Schulen formelle Mitgestaltungsrechte (Schulgemeinschaftsausschuss, Schulforum) und informelle Arten der Mitgestaltung von Eltern organisiert werden. Erfahrungen und Stellungnahmen von Lehrpersonen, Schulleitungen und Elternvertreter/innen können eingeholt werden.

Bildungsstandards und standardbezogene Tests als Instrumente zur Entwicklung des Unterrichts und zur Steuerung des Bildungswesens

In verschiedenen europäischen Ländern werden als Reaktion auf den PISA-Schock Weiterentwicklungsmaßnahmen ergriffen: In „Bildungsstandards“ sollen jene Kompetenzen formuliert werden, die SchülerInnen in bestimmten Altersstufen mindestens erreicht haben sollen. Durch flächendeckende Tests, die sich auf diese Kompetenzen beziehen, sollen Informationen beschafft werden, die helfen, den Unterricht weiterzuentwickeln und Steuerungsentscheidungen für das Schulwesen zu treffen.

Im Bereich dieser Thematik bieten sich eine Reihe von Diplomarbeiten an. Man könnte die Entwicklung in verschiedenen europäischen Ländern analysieren und vergleichen (etwa im Zuge von Auslandssemestern). Man könnte die Umsetzung von Pilotversionen in Schulen untersuchen. Man könnte sich Gedanken machen, welche Bindungsstandards für die wirtschaftspädagogischen Fächer angemessen wären usw. Jedenfalls ein aktuelles Thema, das für das Schulwesen hoch bedeutsam ist.

Die Implementation von Bildungsstandards in österreichischen Schulen

Im Jahr 2004/2005 hatte ein Pilotprojekt zur Implementation von Bildungsstandards in österreichischen Schulen begonnen. Die Imlplementation dieser Standards in einer niederösterreichischen und einer oberösterreichischen Hochschule wurde durch zwei ausgezeichnete Diplomarbeiten (Aiglsdorfer/Aigner 2005; Hölzl/Rixinger 2007) dokumentiert. Im Anschluss daran könnten weitere Diplomarbeiten verfasst werden, die ebenfalls durch Fallstudien auf der Basis von Interviews und Dokumentenanalysen untersuchen, auf welche Weise die Erfahrungen der Pilotjahre für die Umsetzung in den Regelunterricht genutzt werden und wie Bildungsstandards Unterrichtsvorbereitung und –durchführung beeinflussen.

Wie kommt das Neue ins System? Und wie überlebt es?

Im Rahmen des europäischen Jahres der Kreativität und Innovation sind die obigen Fragen gestellt worden. In diesem Zusammenhang sind an der Abteilung für Pädagogik und Pädagogische Psychologie einige Diplomarbeiten zu vergeben, in denen erfolgreiche Innovation im Schulsystem untersucht werden sollen. Dabei geht es darum mit der Hilfe von Dokumentenanalyse und Interviews die Entstehungsgeschichte einer erfolgreichen Innovation im Schulsystem nachzuzeichnen und sie mit Hilfe von Theorieansätzen und Ergebnissen der Innovationsforschung daraufhin zu analysieren, was denn wichtige förderliche und hinderliche Faktoren für die Etablierung dieser Innovationen waren.

Kooperatives offenes Lernen in berufsbildenden mittleren und höheren Schulen

Die Entwicklungsgeschichte und die wichtigen hinderlichen und förderlichen Faktoren dieser Innovation sollen im oben dargestellten Sinn nachgezeichnet werden.

Regionales Bildungsnetzwerk Pinzgau

Die Entwicklungsgeschichte und die wichtigen hinderlichen und förderlichen Faktoren dieser Innovation sollen im oben dargestellten Sinn nachgezeichnet werden.

Integration und Inklusion von Behinderten im österreichischen Schulwesen

Die Entwicklungsgeschichte und die wichtigen hinderlichen und förderlichen Faktoren dieser Innovation sollen im oben dargestellten Sinn nachgezeichnet werden. 

Schulleitbild, Schulprogramm, Information über und Werbung für die Schule – Was sagen sie aus, wie werden sie benutzt?

Immer mehr Schulen entwickeln Schulleitbilder, Schulprogramme sowie verschiedene Informations- und Werbemittel über die Schule. Gesichtspunkte für deren Gestaltung sollen unter Bezugnahme z.B. auf Konzepte des Marketing, der schulischen Organisationsentwicklung, der Kommunikationstheorie usw. erarbeitet werden. Vorliegende Leitbilder können mit Hilfe solcher Kriterien untersucht werden.

Eine andere Möglichkeit besteht in der Analyse der Nutzung solche Außendarstellungen der Schule durch Schüler/innen, Eltern und Arbeitgeber/innen.

Was steht in Schulprogrammen?

Schulen wurden durch die ministerielle Homepage www.qis.at und durch eine Empfehlung des Landesschulrats für OÖ angeregt, „Schulprogramme“ zu verfassen. Was steht in diesen Schulprogrammen? Sind sie eine geeignete Quelle, um über aktuelle Probleme und Entwicklungen im Schulwesen Informationen zu sammeln.

Sponsoring und Werbung an Schulen

Untersuchung von Nutzung der Regelungen zu Sponsoring und Werbung und deren Auswirkungen, z.B. durch Recherche bei Anbietern von ‚Schul-Sponsoring-Paketen‘, durch Fallstudien an besonders aktiven/passiven Schulen, durch Untersuchung in einem Bundesland.

(Wie) Haben Übungsfirmen die innere Struktur von Handelsakademien verändert?

Was hat sich in der inneren Organisation und in der Lehrerzusammenarbeit in HAS/HAK geändert? Wie weit und wodurch ist die Innovation ‚ausgeufert‘, wie weit und wodurch konnte sie ‚eingedämmt‘ werden? Solchen Fragen kann auf organisationstheoretischer Basis z.B. durch Fallstudien nachgegangen werden.

Schulautonomie und die Steuerung im Bildungswesen

Allenthalben wird gefordert, dass Schulen mehr „Autonomie“ bekommen sollen. Matthias Rürup (2007) hat in seinem Buch „Innovationswege im deutschen Bildungssystem eine Analyse der Verbreitung der Idee „Schulautonomie“ in den deutschen Bundesländern vorgelegt. In einer Diplomarbeit könnten die Vorgangsweise und die Kategorien von Rürup verwendet werden, um die Situation der Politikidee „Schulautonomie“ in Österreich vergleichend darzustellen.

Organisationsanalyse einer Schule.

Österreichischen Schulen wird oft nachgesagt, dass sie eine ‚amorphe‘ innere Struktur und eine extrem flache Hierarchie hätten. Andererseits gibt es an Schulen unterschiedliche Positionen, die für die ‚Strukturierung‘ der Schule genutzt werden könnten: AdministratorInnen, AbteilungsvorständInnen, KustodInnen, LeiterInnen von Arbeitsgruppen usw. An Allgemeinbildenden Pflichtschulen (VS, HS/NMS, PTS) können durch „Diensteinteilungen“ Aufgaben im Kollegium differentiell verteilt werden.

In einer Diplomarbeit sollen die Erfahrungen mit diesen Möglichkeiten in Fallstudien oder einer Fragebogenerhebung untersucht und organisationstheoretisch interpretiert werden, z.B. Welche Organisations-Rollen-Verhältnisse und -Verständnisse gibt es? Wie werden diese Positionen rekrutiert? Welche Aufgaben (Teil-Leitungs-Aufgaben?) werden ihnen übertragen und von ihnen wahrgenommen? Haben sie die Funktion eines ‚middle managements‘ an Schulen? Welche Auswirkungen bringt ihre Tätigkeit? Welche förderlichen und hemmenden Bedingungen für ihr Wirksamwerden gibt es?

Organisationsberatung in der Schule – Evaluation von Lehrgängen zur Ausbildung von schulischen OrganisationsberaterInnen.

In den letzten Jahren wurden einige Lehrgänge veranstaltet, um schulische OrganisationsberaterInnen auszubilden, die autonomere Schulen bei ihrer Organisationsentwicklung, der Erstellung eines eigenen Schulprogramms oder der Evaluierung ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Es soll untersucht werden, welche Tätigkeiten diese OrganisationsberaterInnen derzeit tatsächlich ausführen, wie gut sie sich für diese Tätigkeit durch die Lehrgänge vorgebildet fühlen, wie ihre Qualifikation von AuftraggeberInnen eingeschätzt wird usw.

Schülervertretung und Politik

Wie wirken politische Parteien auf die SV ein? Welche Mechanismen (Förderungen, Veranstaltungen, Bildungsmaßnahmen, …) werden eingesetzt? Ab wann ordnen sich SV einer politischen Richtung zu? Wie wirkt sich diese auf die Arbeit aus? … –> Interviews mit SchulsprecherInnen verschiedener Schulen, evtl. JungpolitikerInnen.

Aspekte der Wahl von Schülervertretung, insbesondere in Hinblick auf Gender

(Wer lässt sich warum aufstellen? Von wem erhält die Person Unterstützung? Gibt es Unterschiede nach Alter, Schultyp?…) Welche Schwerpunkte setzen KandidatInnen für die Wahl zum/zur SchulsprecherIn – gibt es inhaltliche Unterschiede? Welche anderen Faktoren spielen bei der Kandidatur eine Rolle (Beliebtheit/Bekanntheit, Verhältnis zu Lehrpersonen, …) bzw. wie wirken diese Faktoren? –>  Beobachtung von Wahlveranstaltungen, Wahlen und Interviews mit KandidatInnen/SchülerInnen und Lehrkräften.

SIP (SchülerInnenparlamente) als neue Form von Demokratie in der Schule am Bsp. OÖ

Die LSV haben derzeit als Schwerpunkt die Einführung/Durchführung von SIP’s an den Schulen: welche Schulen machen mit? Wer initiiert das? Welchen Schwierigkeiten begegnen SV bei der Ein- und Umsetzung. Interviews mit SV, LehrerInnen, DirektorInnen, SchülerInnen, Beobachtung von SIP’s. 

Leseerfahrungen im Kleinkindalter und Lesevermögen

Gemäß einer PISA-Sonderauswertung stärkt Vorlesen im Kleinkindalter das Lesevermögen von Teenagern. „Bei 15jährigen Schülern, die in Deutschland an den PISA-Tests teilgenommen hatten, lagen die Leseergebnisse im Schnitt um 51 Punkte höher, wenn ihre Eltern ihnen in den ersten Schuljahren vorgelesen hatten. Zum Vergleich: 39 Punkte entsprechen dem Fortschritt zwischen zwei Schuljahren.“

Österreich hat an dieser PISA-Sonderauswertung nicht teilgenommen. Diplomarbeiten könnten verschiedene Konsequenzen aus dieser Untersuchung für Österreich erproben bzw. an einer limitierten Stichprobe versuchen, diese Ergebnisse für Österreich zu replizieren.

 

2. Arbeitsbereich Neue Lernformen

Individualisierung und Differenzierung durch COOL (Cooperatives Offenes Lernen)

Sowohl von seinen leitenden Zielen her als auch von seiner Didaktik und unterstützenden materialen Instrumenten bietet kooperatives offenes Lernen viele Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung einer Praxis des Individualisierens und Differenzierens in der Sekundarstufe II. Im Rahmen der Diplomarbeit sollen Best Practice-Beispiele erarbeitet werden, die aufzeigen, inwiefern Individualisierung und Differenzierung durch kooperatives offenes Lernen auf der Sekundarstufe II verwirklicht werden kann. Weiters sollen bisher nicht realisierte Potenziale aufgezeigt werden. Die Erstellung solcher Fallstudien soll in Zusammenarbeit mit Schulen aus dem COOL-Netzwerk erfolgen, die in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einnehmen. Eine mögliche Vorgehensweise könnte eine teilnehmende Beobachtung an einer Unterrichtssequenz sowie die Durchführung von Interviews (LehrerInnen, SchülerInnen, usw.) sein.

Evaluation der Maßnahmen zur sprachlichen Frühförderung

Die Bundesregierung hat in ihrem neuesten Schulpaket Maßnahmen beschlossen, die es erlauben sollen, sprachliche Defizite bei der Schuleinschreibung zu diagnostizieren, und Mittel bereitgestellt, die zu Frühförderung verwendet werden sollen. Anhand von Fallstudien (Dokumentenanalyse und Interviews vor allem in Kindergärten und Schulen) soll untersucht werden, wie diese Maßnahmen in die Praxis umgesetzt werden und wie sie von den verschiedenen beteiligten Personen gesehen werden.

Wie kann Lesequalifikation in den WIPÄD-Fächern gefördert werden?

Seit den PISA-Untersuchungen ist die Lesekompetenz der SchülerInnen als eine entscheidende Variable für alle Schulleistungen bekannt. In der Diplomarbeit sollen einesteils verlässliche Messinstrumente und einfache Feedbackinstrumente untersucht werden, die LehrerInnen Rückmeldung über Lesekompetenzen und eventuelle Entwicklungs­notwendigkeiten bei ihren Schülern geben können. In der Diplomarbeit von Schobersberger (2012) wurden diese Fragen am Beispiel von Mathematik in der Hauptschule untersucht. In einer weiteren Diplomarbeit sollen diese Fragen am Beispiel von WIPÄD-Fächern, in denen Lesen normalerweise nicht direkt trainiert wird, thematisiert werden. Praktische Hinweise, wie Lesekompetenzen in einem solchen Unterricht gefördert werden könnten, sollen erarbeitet werden.

Individualisierung und Differenzierung im Unterricht

Alle neueren didaktischen Konzepte ebenso wie die Interpretationen der internationalen Leistungsuntersuchungen wie PISA und TIMSS legen nahe, dass Individualisierung und Differenzierung des Lernens von SchülerInnen eine wichtige didaktische Qualität der Zukunft ist. Auch in diesem Themenbereich bieten sich eine Reihe von Diplomarbeitsthemen an: Man könnte didaktische Modelle für einen differenzierten Unterricht in den wirtschaftspädagogischen Fächern sammeln und entwickeln. Man könnte weiter entwickelten individualisierten und differenzierten Unterricht in anderen Schultypen analysieren und auf seine Übertragbarkeit auf wirtschaftspädagogische Fächer untersuchen. Man könnte Ansätze zu individualisierten und differenzierten Unterricht beobachten und evaluieren, man könnte einen Lehrgang, der Individualisierung und Differenzierung bei österreichischen Schulen propagieren soll, der unter Mitarbeit des Institutes veranstaltet wird, begleiten und evaluieren.

Englisch als Arbeitssprache in kaufmännischen Schulen und wirtschaftlichen Fächern.

Das BMUK hat angeregt, dass bald mindestens ein Fach in jeder Oberstufenschule in einer Fremdsprache unterrichtet wird. Welche didaktischen Konzepte gibt es für den Unterricht in kaufmännischen Schulen und wirtschaftlichen Fächern mit Englisch als Arbeitssprache? Welche rechtlichen Grundlagen existieren? Welche Erfahrungen liegen vor? Welche förderlichen und hemmenden Bedingungen gibt es für solchen Unterricht? Künftige Diplomarbeiten müssten die Ergebnisse beriets vorliegender Diplomarbeiten (z.B. Starzer-Weinhandl) berücksichtigen.

Hausaufgaben – Eine sinnvolle Übungspraxis

Hausübungen sind ein traditionelles Element der Schule. Machen sie heute noch Sinn? Wie müssen sie gegeben werden, dass eine sinnvolle Funktion für Lernprozesse der Schüler/innen erfüllt wird? Wie ist die Hausübungspraxis in Handelsakademien und Handelsschulen? Unterscheidet sich der Sinn von Hausübungen in verschiedenen Fächern und Schultypen? Dies sind einige der Fragen, die in Diplomarbeiten bearbeitet werden könnten. Als Möglichkeit zum ersten Einlesen steht ein Themenheft der Zeitschrift „Die deutsche Schule“ im Jahrgang 2011 zur Verfügung.

Unterrichtsmaterialien und ihre Verwendung im Unterricht

Von verschiedensten Institutionen werden Lehrpersonen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt. In Diplomarbeiten könnte untersucht werden, welche Unterrichtsmaterialien wie zur Verfügung gestellt werden, welche Unterrichtsmaterialien von Lehrpersonen eher eingesetzt werden und welche didaktische Funktionen solche Unterrichtsmaterialien erfüllen.

 

3. Arbeitsbereich Lehrerbildung und Sozialisation von Lehrpersonen

Berufliche Entwicklung und Berufskarrieren von LehrerInnen

Neue Anforderungen werden an Schulen heran getragen, neue Arbeitsweisen werden von LehrerInnen im Zuge von Schulentwicklung und Qualitätssicherung gefordert, über Stress in der Berufstätigkeit wird geklagt. Allenthalben wird betont, dass der Lehrberuf im Umbruch und eine neue Berufsgestaltung notwendig wäre.

Als Beitrag zur Diskussion dieser Themen sollen – z.B. basierend auf den Ansätzen Lortie, Dick und Terhart – ‚Biographien‘ einzelner Lehrpersonen verfasst und aus der Perspektive der Berufsgestaltung und der Sozialisationstheorie interpretiert werden.

Studienmotive und Studienerfahrungen im Masterstudium Politische Bildung

Studienmotive und Studienerfahrungen im Rahmen des Masterstudiums Politische Bildung können mit verschiedenen Methoden (qualitativ, quantitativ, Vergleiche mit anderen Standorten usw.) untersucht werden. Vorschläge für die Weiterentwicklung des Studiums können formuliert werden.

Der Lehrerberuf: Ergebnisse der Sozialisationsforschung und Optionen für seine Weiterentwicklung

„In dem Artikel „Der Lehrberuf: Qualifikationen, strukturelle Bedingungen und Professionalität (1996) wurde der Stand der Lehrersozialisationsforschung aufgearbeitet und Konsequenzen für seine Weiterentwicklung vorgeschlagen. Angesichts der Diskussion um ein neues Lehrerdienstrecht könnte neue wissenschaftliche Literatur aufgearbeitet und Konsequenzen für die Weiterentwicklung des Lehrerberufs formuliert werden.

Dr. Christoph Helm

Derzeit vergebe ich keine Diplomarbeitsthemen.

Dr. Barbara Herzog-Punzenberger

Themenblock „Privatschulwesen in Österreich“

Das österreichische Privatschulwesen – Entwicklung seit 1945

Privatschulen sind in Österreich traditionell mit der Katholischen Kirche und ihren

Bemühungen, auf die Sozialisation der nachwachsenden Bevölkerung möglichst großen Einfluss nehmen zu können, verbunden. Die Bedeutung der katholischen Privatschulen ist nach dem 2. Weltkrieg stark zurückgegangen. Es haben sich daneben auch Schulen mit privaten Schulträgern entwickelt, die entweder mit einer anderen religiösen Gemeinschaft in Verbindung stehen oder bestimmte pädagogische Konzepte verfolgen, schließlich auch international orientierte „Eliteschulen“, in denen eine andere Unterrichtssprache als die deutsche verwendet wird. Wo und wie sich diese Schulen entwickelten, ihre Finanzierungsmodelle, Einbindung in die öffentliche Schulverwaltung, Schüler/innen/anwerbung,

Lehrer/innen/rekrutierung u.a. Aspekte sollen in Zusammenhang mit ihrer inhaltlichen Ausrichtung für Österreich aufgearbeitet werden.

Soziale Segregation in den österreichischen Privatschulen

Bisher gibt es keine Analysen zur sozialen Zusammensetzung von Schüler/inne/n

an den österreichischen Privatschulen. Auf Basis der Datensätze zur Erhebung der Bildungsstandards in der Volksschule und Sekundarstufe 1 ist es nun möglich, detaillierte Analysen durchzuführen und Vergleiche mit umliegenden öffentlichen Schulen anzustellen. Diese Ergebnisse sollten im internationalen Vergleich beleuchtet werden. Bisher unbekannt ist die Position diverser Schulträger zur Frage des gesellschaftlichen Ziels der Desegregation und ihre Rolle in derartigen Prozessen.

Elterliche Motive zur Schulwahl – zugewanderte und nicht-zugewanderte Eltern im Privatschulwesen

Bei der Begleituntersuchung zur Auflösung der Schulsprengel in Linz stellte sich heraus, dass zugewanderte Eltern häufiger als nicht zugewanderte Eltern eine andere öffentliche Schule als die Sprengelschule wählten. Sie berichteten gleichzeitig, dass ihr Kind nicht die Schule ihrer Wahl besuche. Auffällig war, dass nur ganz wenige Schüler/innen aus zugewanderten Familien Privatschulen besuchten. Bisher unbekannt ist, wie diese Verteilung zustande kommt. In Wien ist der Anteil von zugewanderten Familien in öffentlichen und privaten Schulen zwar auch sehr unterschiedlich (ca. 20 Prozentpunkte Unterschied) aber der Anteil

mehrsprachiger zugewanderter Kinder beträgt in den Privatschulen doch über 30%. Warum Eltern entscheiden, ihr Kind in eine Privatschule zu geben und was sie daran hindert bzw. was sie behindert, den Wunsch erfolgreich umsetzen, soll mit Fokus auf sozialem Hintergrund, Zuwanderungserfahrung und Mehrsprachigkeit Gegenstand dieser Diplomarbeit sein.

 

Themenblock „Migration und Mehrsprachigkeit“

Migration und Mehrsprachigkeit in der aktuellen österreichischen Lehrer/innen/bildung – Pädagogische Hochschulen und Universitäten im Vergleich

Seit langer Zeit wird über die mangelnde Ausbildung der Lehrkräfte für die Schule in der Einwanderungsgesellschaft geklagt. Die Verankerung und Umsetzung der geforderten Kompetenzen in den Institutionen der Lehrer/innen/bildung sollen hier im Vergleich der Pflichtschule und höherbildenden Schule in Österreich dokumentiert und analysiert werden, ebenso die Vielfalt der Lehrenden und deren Kompetenzen.

Migration und Mehrsprachigkeit in der österreichischen Schulverwaltung: Kompetenzen auf Ebene des Landesschulrats und der Inspektoren

Es existieren in Österreich wenige Forschungsarbeiten zur Schulverwaltung, den

Kompetenzen der Beschäftigten in den Landesschulräten, zur Personalrekrutierung und -entwicklung; selbiges kann für die Bezirksschul- und Landesschulinspektoren festgestellt werden. Aufgrund der stetig ansteigenden Anteile an zugewanderten und mehrsprachigen Schüler/inne/n sowie der Globalisierungsdynamik, die Migration und Internationalisierung zu Grundbestandteilen der heutigen Gesellschaft macht, ist die Verwaltung und Qualitätssicherung im Schulwesen gefordert , die Eignung des Personals für vorausschauende Entwicklungen und aktuelle Problemlösungen sicher zu stellen. Selbstverständnis, Routinen und Praktiken sowie neue Entwicklungen hinsichtlich der gef orderten Kompetenzen sollen im Bundesländervergleich dokumentiert und analysiert werden.

Migration und Mehrsprachigkeit in den neuen Steuerungsinstrumenten – QUIBB und SQA im Vergleich

(QUIBB=Qualität im Berufsbildenden Schulwesen, SQA=Schulqualität Allgemeinbildung)

Qualitätssicherungsinstrumente haben als neue Steuerungsinstrumente eine wichtige Rolle im österreichischen Schulwesen erlangt. Inwieweit QUIBB bisher im berufsbildenden Schulwesen dazu genutzt wurden, die durch Migration und Mehrsprachigkeit entstehenden Herausforderungen besser bewältigen zu können, wurde bisher noch nicht untersucht. Der Vergleich zu dem sich erst in Entwicklung befindlichen Instrument SQA zielt darauf ab, Unterschiede und Parallelen, die zur Bearbeitung der genannten Herausforderungen maßgeblich sind, zu beleuchten.

Die Rolle der Schule bei der aktuellen Flüchtlingsintegration – ländliche Gemeinden im Vergleich

Die Aufteilung der infolge der Syrienkrise auch in Österreich zahlreich gewordenen

Schutzsuchenden – rund 100.000 im Jahr 2015 – auf möglichst alle österreichischen Gemeinden, führt dazu, dass Kinder aus diesen neuankommenden Familien auch Schulen, die bisher keine Erfahrung mit zugewanderten Schüler/inne/n sammeln konnten, besuchen. Wie Schulleitung und Lehrkörper mit diesem Thema umgehen und welche unterschiedlichen Dynamiken im Umfeld der Schule entstehen, soll ebenso wie der Zusammenhang mit qualitätssichernden Interventionen der Schul- bzw. allgemeinen Landesverwaltung untersucht werden.

Der Vergleich soll sich auf kleinere bis mittelgroße Gemeinden konzentrieren und die außerhalb der Schule stattfindenden zivilgesellschaftlichen Prozesse mitberücksichtigen.

 

Themenblock „Berufliche Erstausbildung“

Migration und Mehrsprachigkeit in der (ober)österreichischen Berufsschule – durch das Nadelöhr geschafft und dann?

Der Anteil der mehrsprachigen Schüler/innen in der österreichischen Berufsschule ist historisch niedrig und bisher nicht erschöpfend erklärt worden. Sicher ist aber, dass auch jene mehrsprachigen Schüler/innen, die es in die Berufsschule geschafft haben, sehr viel höherem Risiko ausgesetzt sind, diese nicht abzuschließen (siehe Nationaler Bildungsbericht Österreich 2012). In wiefern dies auch für die einzelnen oberösterreichischen Berufsschulen gilt, welches die Ursachen sind und wie die Gegenmaßnahmen bisher aussehen, soll insbesondere hinsichtlich der Rolle der Aus- und Weiterbildung des Lehrkörpers und der Schulleitung bzw. Verwaltung dokumentiert und analysiert werden.

Lehrlinge mit Migrationshintergrund – Umgang mit Vielfalt in unterschiedlichen Lehrberufen.

Die Anteile der mehrsprachigen Lehrlinge ist in den einzelnen Lehrberufen extrem unterschiedlich. Bundesweit gesehen schwanken sie zwischen 0% und 35%. Aufgrund der Konzentration der großen Zuwanderungsgruppen im Bereich der Arbeiterschaft wäre zu erwarten, dass deren Kinder in diesen Ausbildungsgängen überrepräsentiert sind, zumal es nach wie vor eine deutliche Unterrepräsentation in den höheren Bildungsgängen gibt und der Lehrberuf für Nachkommen von Eltern im un- und angelernten Bereich der Arbeiterschaft eine Aufwärtsmobilität bedeuten würde. Warum es weniger als 1% Tischlerlehrlinge gibt, die auch eine andere Sprache als Deutsch zuhause sprechen, viele Lehrberufe überhaupt 0% aufweisen, die mengenmäßig große allgemeine Kraftfahrzeugmechanik nur 6% sowie gleichzeitig die mengenmäßig kleine Kraftfahrzeugtechnik 36% stellt ein großes Fragezeichen dar. Die Untersuchung sollte sich mit den Ausbildungsbetrieben, den Berufsschulen und der Wirtschaftskammer sowie mit den Jugendlichen und deren Eltern auseinandersetzen.

Die berufsbildende mittlere Schule – Auffangbecken für Lehrstellensuchende?

Im Gegensatz zur Berufsschule mit ihren historisch niedrigen Anteilen an mehrsprachigen Schüler/inne/n ist der Anteil in den letzten Jahren in keinem Schultyp so stark gewachsen wie in der berufsbildenden mittleren Schule. Wie diese Entwicklung zu erklären ist und wie von Schulverwaltung, Schulleitung und Lehrkörper darauf reagiert wird, soll in dieser Diplomarbeit geklärt werden.

 

 

Nähere Informationen:

Dr. Barbara Herzog-Punzenberger

Mail: barbara.herzog-punzenberger@jku.at

Dr. Roman Langer

Bildung und Wirtschaft

  • Wirtschaft in die Schule? Welche Gründe sprechen für und gegen welche Art von Wirtschaftsbildung in der Schule?
  • Der Einfluss wirtschaftlichen Lobbyings auf das österreichische Schulsystem: Eine Dokumentenanalyse
  • Das Geschäft mit der Bildung: Welche Akteure verdienen am Einsatz von Testmaterialien (bspw. PISA, Bildungsstandards), von Informationstechnologie (Laptopklassen, Beamer u. Powerpoint in Universitäten)? Welche Interessen und welche Bildungspolitik verfolgen diese Akteure?

Bildungsreformen

  • Triebkräfte österreichischer Universitätsreformen.
  • Einführung und Durchsetzung von Vergleichstests, Zentralmatura und Bildungsstandards in Österreich.
  • Bildungssystem, Demokratie und die Rechte Bewegung: Zusammenhänge

Bildungsungleichheit

  • Außergewöhnliche Bildungswege von Frauen zwischen 1900 und 2000
  • Gewinner und Verlierer: Elitenbildung und Dropouts
  • Ungleichheitsreproduktion im Schulalltag

Die Alltagspraxis in Bildungssystemen

  • Der heimliche Lehrplan revisited: Welches Sozialverhalten wird heute in Schulen und Universitäten vermittelt?
  • Soziale und kollektive Lernprozesse: Die Rolle des Sozialen in der bildungsinstitutionellen Lehr-Lern-Praxis
  • Mobbing als unterschwelliger Lernprozess
  • Empirisch begründete Theorie bildungsinstitutioneller Lehr-Lern-Prozesse

Mag.a Julia Zuber

Derzeit werden keine neuen Diplomarbeiten vergeben.

 

Themen, die aktuell bearbeitet werden:

  • Die Nutzung von Datenfeedback zur Qualitätsenwicklung.
  • Die Umsetzung von kompetenzorientiertem Unterricht.
  • Die Bewertung kompetenzorientierter Aufgaben in der Primar- und Sekundarstufe.
  • Veränderung der Diagnosekompetenz vor Lehrkräften durch IKM.
  • Die Implementierung der Bildungsstandards an zwei vergleichenden Fallbeispielen.
  • Belastungserleben von Lehrkräften bei der Umsetzung von Schulreformen.

Dr. Michael Himmelsbach

Derzeit vergebe ich keine Diplomarbeitsthemen.

Schritte zur Diplom- oder Masterarbeit

1. Zweck der Diplomarbeit bzw. der Master Thesis

In einer Diplom- oder Masterarbeit zeigen Sie, dass Sie ein Thema bzw. eine Aufgabe mit wissenschaftlichen Methoden selbständig bearbeiten und verständlich darstellen können. Hier an der Abteilung für Bildungsforschung führen Sie zu diesem Zweck ein eigenständiges Forschungsprojekt durch, das in der Regel einen empirischen Teil enthält. Die Themen werden so vergeben, dass eine Bearbeitung innerhalb von 6 Monaten möglich ist.

2. Themenfindung, Vorüberlegungen und Kontakt mit einem/r Betreuer/in

Sie können entweder ein Thema aus den Diplomarbeitsthemen im Angebot wählen, oder selbst ein Thema formulieren, das allerdings zu den Arbeitsbereichen & Forschungsgebieten der Abteilung PPP passen muss. Sehen Sie dazu auch auf die persönlichen Webauftritt der Abteilungsmitglieder, die als Betreuer/innen stehen zur Auswahl stehen, nämlich: Herbert Altrichter, Christoph Helm, Barbara Herzog-Punzenberger, Roman Langer, Barbara Wimmer, Julia Zuber.

Wenn Sie ein Thema in Aussicht genommen haben, stellen Sie bitte auf Basis der Hinweise, die Sie hier herunterladen können, Vorüberlegungen zu Ihrer Abschlussarbeit an. Formulieren Sie anschließend an diese Überlegungen einen kurzen Text, der zumindest mögliche Fragestellung(en) der avisierten Arbeit und Ideen für deren methodische Bearbeitung enthält.

Diese erste Ideenskizze senden Sie per E-Mail an den/ die BetreuerIn Ihrer Wahl, zu dessen/ deren Arbeitsbereich und Forschungsgebieten Ihr Thema passt. Er/ Sie wird mit Ihnen einen Gesprächstermin vereinbaren. In diesem Gespräch wird das Betreuungsverhältnis endgültig vereinbart, werden Rückmeldungen zu Ihrer Skizze gegeben, offene Fragen geklärt und Ihre nächsten Arbeitsschritte festgelegt.

3. Während der Anfertigung Ihrer Arbeit …

  • wird Ihr/e Betreuer/in in allen anfallenden Fragen für Sie zur Verfügung stehen. In welcher Weise dies genau geschieht, vereinbaren Sie bitte mit ihm/ ihr persönlich.
  • sollten Sie ein Diplomand/innenseminar besuchen, um durch Feedbacks zu Ihren Darstellungen und durch Kenntnisnahme anderer Diplom- / Masterprojekte die Qualität Ihrer Arbeit deutlich zu heben.
  • sollten Sie diese Checkliste immer einmal wieder zur Hand nehmen und prüfen, ob und inwieweit Sie die dortigen Kriterien bereits erfüllt bzw. noch nicht erfüllt haben. Die Checkliste enthält wichtige Kriterien zur Bewertung Ihrer Arbeit.
  • können sich Verzögerungen ergeben, etwa durch Berufseintritt, akute berufliche Belastungen, familiäre Veränderungen, Krankheiten etc. In solchen Fällen bitten wir Sie dringlich, dem/r Betreuer/in dies mitzuteilen, um keine Betreuungskapazitäten zu blockieren und um Ihre Betreuung nicht durch Bruch der ursprünglichen Vereinbarung zu gefährden.
  • beachten Sie bitte außerdem die formalen Bestimmungen der Prüfungs- und Anerkennungsservice der JKU zur Einreichung der Diplom- oder Masterarbeit; die gesetzlichen Bestimmungen betreffend Diplom- und Masterarbeiten im Universitätsgesetz; und die jeweils für Sie und Ihren Studiengang gültige Diplomprüfungsordnung.

Überlegungen zu Beginn Ihrer Diplom- oder Masterarbeit

1. Überführen Sie Ihr Forschungsinteresse in eine wissenschaftliche Fragestellung

  • Formulieren Sie Ihr Forschungsinteresse als Fragestellung. Recherchieren Sie in der einschlägigen wissenschaftlichen Fachliteratur, inwieweit Ihre Fragestellung dort bereits bearbeitet wird:[1]
    • Für fachwissenschaftliche Artikel: Sehen Sie die aktuellen fünf Jahrgänge einschlägiger (d.h. für Ihr Thema relevanter) Fachzeitschriften durch. (Informieren Sie sich in Seminaren oder bei DozentInnen, welche Zeitschriften für Ihr Thema relevant sein könnten.)
    • Für Fachbücher: Lesen Sie die Soziologische Revue, die Erziehungswissenschaftliche Revue, die Rezensionsteile in der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (bzw. der Kölner Zeitschrift für Soziologie usw. je nach Fach), ebenfalls die letzten fünf Jahrgänge.
    • Für Artikel, Bücher und Buchkapitel suchen Sie in der Datenbank SOLIS (über wiso.net) und FIS Bildung.
  • Sehen Sie in den gefundenen Artikeln/Kapiteln/Büchern ebenfalls in die Literaturlisten. Wenn es Lehrbücher gibt, die Ihr Thema berühren, sind diese auch ein guter Orientierungspunkt. Recherchieren Sie zusätzlich englischsprachige Literatur.
  • Formulieren Sie auf Basis Ihrer Recherchen einen Stand der Forschung zu Ihrer Fragestellung (die Fragestellung wird sich dabei im Zuge Ihrer Recherchen verändert haben). Auf Basis des Forschungsstandes reformulieren Sie Ihre Fragestellung neu und leiten sie explizit aus dem Forschungsstand her.
  • Überlegen Sie, welche Art von Ergebnissen Sie anstreben:
    • Empirische Befunde darstellen?
    • Theorie(n) weiterentwickeln?
    • Praktiker/inne/n Orientierungshilfen geben?
  • Klären Sie:
    • Welchen Nutzen/Sinn haben Ihre Ergebnisse bezogen auf den bisherigen Stand der Forschung?
    • Welchen Nutzen ziehen (und: welchen Schaden erleiden) möglicherweise die von Ihrer Forschung betroffenen Personen und Institutionen aus Ihrer (durch Ihre) Forschung?

2. Treffen Sie Entscheidungen zur konkreten Vorgehensweise

  • Klären Sie, wie Sie die recherchierte Literatur schriftlich aufbereiten, d.h. auf welche Weise Sie den Stand der Forschung darstellen wollen. Z.B.:
    • Hypothesen ableiten, um sie empirisch zu testen?
    • Ein theoretisches Erklärungsmodell anfertigen, das empirisch ergänzt wird?
    • Lücken im Forschungsstand aufzeigen, um mit der Empirie hypothesen- bzw. theoriebildend zu arbeiten?
  • Klären Sie (im Zusammenhang mit der obigen Klärung), wie Sie die Ergebnisse der Literaturanalyse (den Forschungsstand) mit Ihren empirischen Befunden verknüpfen wollen.
    • Wollen Sie aus der Literatur abgeleitete Hypothesen testen?
    • Wollen Sie einen empirischen Test konstruieren, der entscheidet (oder Hinweise darauf gibt), welche von zwei oder mehreren Theorien zutrifft?
    • Wollen Sie ein aus der Literatur gewonnenes theoretisches Erklärungs-Modell mit aus der Empirie gewonnenen Informationen kritisieren, ergänzen, modifizieren, weiterentwickeln?
    • Wollen Sie Hypothesen bzw. theoretische Erklärungsansätze, die Sie aus der Literatur gewonnen haben, solchen gegenüberstellen, die Sie aus der Empirie gewonnen haben?
    • Wollen Sie empirische Daten mit Hilfe eines theoretischen Ansatzes interpretieren und einordnen?
  • Wählen Sie einen empirischen Forschungsansatz passend zu Ihrer Fragestellung aus.
    • Verschaffen Sie sich mit Hilfe von Lehrbüchern zur empirischen (quantitativen und qualitativen) Forschung einen Überblick über verschiedene Ansätze und Methoden. Z.B.: Diekmann, A. (2009). Empirische Sozialforschung. 20. Aufl. Reinbek: Rowohlt (Quant.). Schnell, R., Hill, P. & Esser, E. (2011). Methoden der empirischen Sozialforschung. 9. Aufl. München: Oldenbourg (Quant.). Friebertshäuser, B., Langer, A. & Prengel, A. (2010). Handbuch Qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft. München: Juventa (Qual.). Flick, U., v. Kardorff, E. & Steinke, I. (2003). Qualitative Forschung. Reinbek: Rowohlt (Qual.). Wohlrab-Sahr, M. & Przyborski, A. (2008). Qualitative Sozialforschung. München: Oldenbourg (Qual.)
    • Wählen Sie die Datenerhebungsmethoden aus und begründen Sie die Auswahl.
    • Prüfen Sie: Können Sie mit den Methoden, an die Sie denken, wirklich Ihre Forschungsfragestellung beantworten? (Bspw. verlangt die Untersuchung von Effekten bestimmter Unterrichtsmethoden eine Vorher- und Nachher-Testung!)
    • Überlegen Sie ein realistisches, d.h. für Sie machbares Sample (Stichprobe) mit für Sie gut erreichbaren Interviewpersonen/Beobachtungssituationen. Prüfen Sie, ob Sie mit den Informationen, die Ihre gesampelten Personen/Beobachtungen ergeben (können), auch wirklich Ihre Forschungsfragestellung beantworten werden können.
    • Bitte achten Sie darauf, dass Sie sensibel und rücksichtsvoll mit ihren InformantInnen und deren Umfeld umgehen. Vermeiden Sie insbesondere, die InformantInnen zu schädigen, überlegen Sie im Gegenteil, inwiefern die Untersuchung ihnen sogar nutzen könnte. Reflektieren Sie zu diesem Zweck intensiv die mögliche Wirkung Ihrer Tätigkeiten im Feld und der (möglichen) Ergebnisse Ihrer Arbeit auf die InformantInnen bzw. auf die beobachteten Personen und Situationen. Bedenken Sie, dass das von Ihnen untersuchte Feld, auch im Interesse späterer Forschungen, einen positiven Eindruck von wissenschaftlichen Forschungen erlangen soll.
    • Wählen Sie die Datenanalysemethoden aus und begründen Sie die Auswahl. Prüfen Sie auch hier: Können Sie mit den avisierten Auswertungen wirklich Ihre Forschungsfragestellung beantworten?

[1] Die folgenden Unterpunkte beziehen sich auf den Umgang mit deutschsprachiger Literatur. Für die Recherche englischsprachiger Literatur, deren Wichtigkeit laufend zunimmt, beraten Sie sich bitte mit Ihrem/r Betreuer/in

Checkliste - ist an alles gedacht?

1. Fragestellung: Welches Problem versucht die Arbeit zu lösen, welche Fragestellung zu beantworten? Ist die Frage- bzw. Problemstellung verständlich? Ist sie auf den aktuellen Stand der Forschung bezogen? Ist sie hinsichtlich Umfang und Präzisionsgrad bearbeitbar (realistisch, praktikabel)?Welche Relevanz hat die Fragestellung für das Bildungswesen? Welche Hilfestellung will die Arbeit welchen Praktiker/innen geben?

2. Stand der Forschung & Theorie. Wie gut ist die Literaturauswahl bzw. die Auswahl der Theorien/ Forschungsansätze begründet? Wie plausibel ist die Darstellung des Forschungsstandes strukturiert? Wie aktuell ist der Bericht über den Forschungsstand; werden Theorieentwicklungen und empirische Befunde aus den letzten fünf Jahren einbezogen? Was genau soll theoretisch erklärt werden? Wie sind Wirkungsbeziehungen konzipiert (qualitativ: Ursachen, Wirkungen, Wechselwirkungen, „Wirkungsnetze“; quantitativ: unabhängige und abhängige Variablen)?

3. Methodisches Vorgehen, Arbeitsweise. Wie deutlich wird gezeigt, mit welcher Herangehensweise und in welchen Arbeitsschritten die Frage- / Problemstellung bearbeitet wird? Wird diese Herangehensweise und werden diese Schritte plausibel begründet? Wird deutlich, mit welcher Strategie bzw. Vorgehensweise die Literatur analysiert wird bzw. der/ die ausgewählte/n theoretische/n Ansatz/ Ansätze verarbeitet werden? Sind die gewählten Methoden (inkl. Auswahl der Methoden und Kriterien des Sampling) dem Forschungsgegenstand angemessen  und geeignet, das Forschungsziel zu erreichen? Sind sie in Bezug auf die Fragestellung plausibel ausgewählt und begründet? Werden sie den Informant/inn/en (Proband/inn/en) gerecht, ohne sie zu schädigen?

4. Ergebnisse und Diskussion. Wie deutlich wird, welche Ergebnisse erzielt wurden? Werden die Ergebnisse eindeutig als Antworten auf die Fragestellung (Problemstellung) formuliert? Werden Qualität und Aussagekraft der Ergebnisse explizit bewertet, qualifiziert und in einen sinnvollen Rahmen eingeordnet? Wird die Geltung der Ergebnisse hinreichend reflektiert (Geltungsbereich, Validität, Verallgemeinerbarkeit usw.)? Wie deutlich wird die wichtigste positive Qualität, die entscheidende Leistung der vorgestellten Arbeit dargestellt? Methodenkritik: Werden die Stärken und Schwächen der gewählten Vorgehensweise reflektiert und Konsequenzen daraus gezogen? Werden offene Fragen, praktische und theoretische Konsequenzen für die Forschung explizit diskutiert? Verhält sich die Arbeit kritisch gegenüber bestehenden Verhältnissen/ Theorien/ Auffassungen/ Traditionen (welchen?), oder verbleibt sie unkritisch in einem vorgegebenen Horizont (in welchem)?