„ICH WEISS, DASS ICH NICHT(S) WEISS.“

Detailaufnahme Kepler Salon

„oîda ouk eidōs“ lautet die wahrscheinlich berühmteste überlieferte Sokrates-Weisheit (deren korrekte Übersetzung strittig ist). Und dieser Topos – dass wir nichts wirklich wissen bzw. keine allgemein- oder letztgültige Wahrheit erkennen können – zieht sich durch die gesamte abendländische Philosophiegeschichte. Aber Moment: Bringt nicht dieser Topos zugleich eine der ältesten Paradoxien der Philosophiegeschichte zum Ausdruck? Denn wenn Sokrates weiß, dass er nichts weiß, dann weiß er doch zumindest etwas, nämlich dass er nichts weiß. Und wenn jemand geltend macht, dass es „DIE“ Wahrheit nicht gebe, dann erhebt er*sie doch mit diesem Satz einen Wahrheitsanspruch, weshalb der Satz falsch ist, wenn er wahr ist. Wie kommt man raus aus dieser Dialektik-Falle – gar nicht? Aber was bedeutet das dann wiederum für ehrwürdige Veranstaltungen wie Wissenschaft? Eine Illusion, ein Mythos?

THOMAS MOHRS
Philosoph

BARBARA INFANGER
Gastgeberin

Wann:

26.07.2021, 19:30 - 21:00

Wo:

Kepler Salon

Adresse:

Rathausgasse 5, 4020 Linz