JKU Corona Update Live am 7. April 2020

 

In the Corona Update on April 7, the dean of the law faculty, Prof. Michael Mayrhofer, explains how the current discussions can be reconciled with our law or how it can be changed.

 

In the past three weeks the federal government has put a tightly knit network of traffic restrictions into force. As a result, large parts of the economy are paralyzed and private social contacts are reduced to a minimum. All of these measures serve the goal of preventing or slowing down the spread of COVID-19 as much as possible.

These measures, most of which were enacted in the form of ordinances, have their legal basis in some very old legal regulations such as the Epidemic Act. A law from 1913 that is more than a hundred years old. The second legal basis is provided by regulations that were decided by the National Council in a fast-track procedure specifically for the purpose of combating COVID-19.

How is this compatible with central fundamental rights and freedoms? Rights that the new regulatory regime will curtail in a dimension that was only recently unimagined for peacetime. The most recent discussions about the so-called “Easter Decree” or the debate about a mandatory Corona app clearly show: Corona is a question of health, but also one that will remain with us for a long time to come when it comes to legal issues.

Wann:

07.04.2020, 14:00 - 14:30

Wo:

Live Videostream auf Youtube

Fragen aus dem Livechat

Warum wird bei dieser Verordnung nicht nachgebessert, wenn die Interpretation offensichtlich so schwierig ist?

Mit der Nachbesserung würde der Minister zeigen, dass er selbst von der bisherigen Unanwendbarkeit der Verordnung auf private Sachverhalte ausgeht und damit - wie durch den sog "Ostererlass" - ein zusätzliches Argument für eine weite Auslegung des Ausnahmebestandes liefern. Insoweit könnte die Nachbesserung zum jetzigen Zeitpunkt Gefahr laufen, mehr zusätzliche Fragen aufzuwerfen als bestehende zu lösen. Die notwendige Änderung der Verordnung im Zuge des schrittweisen Wiederhochfahrens könnte allerdings tatsächlich einen guten Anlass für Klarstellungen liefern.

Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Maßnahmen vom VfGH wieder gekippt werden?

Der Ausgang eines verfassungsgerichtlichen Verfahrens ist - wie auch in anderen Fällen - schwer vorherzusagen. Abgesehen davon, dass es bei aller berechtigten Kritik an der teils mangelhaften legistischen Umsetzung des Regelungszieles gute Argumente für die Vereinbarkeit der gesetzten Maßnahmen mit den Grundrechten gibt und die geplanten Maßnahmen dem Nationalrat bei der (einstimmigen) Verabschiedung der Rechtsgrundlagen für die Ministerverordnung bekannt waren, ist auch nicht auszuschließen, dass der VfGH die Dimension der Krise und den Zeitdruck bei der Implementierung der Gegenmaßnahmen zumindest implizit bei seiner Entscheidung mit berücksichtigt und allfälligen Bedenken durch eine großzügige verfassungskonforme Interpretation begegnet, anstatt zum Mittel der Aufhebung zu greifen.