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Neue Studie: Wie der Wettbewerb entstand – und wie man ihn verändern kann
 

Was genau verstehen wir unter Wettbewerb? Eine Studie untersucht Herkunft und Mechanismen dieses Begriffs.

JKU-Forscher und Projektkoordinator Dr. Stephan Pühringer

Globalisierung, Neoliberalismus, Kapitalismus – die öffentliche Debatte um Wettbewerb und Wettbewerbsfähigkeit ist von brennender Aktualität. Aber was genau verstehen wir unter Wettbewerb? Wie sind die Spielregeln unserer Wirtschaft entstanden? Ein neues FWF-Projekt unter Leitung der Johannes Kepler Universität Linz geht seit Mai dem Begriff und den Mechanismen des Wettbewerbs auf den Grund.

Um 2,5 Mio. Euro untersucht das transdisziplinäre Forschungsprojekt SPACE, wie die ökonomische Wettbewerbslogik im akademischen Diskurs historisch entstanden ist und in politische und öffentliche Debatten, Gesetze und letztendlich auch unser Alltagsleben Einzug gehalten hat. Verwendet wird dazu eine innovative Mischung von Methoden aus der Volkswirtschaftslehre, der Soziologie und der Ethnologie. Besonderes Augenmerk wird auf die alltäglichen Auswirkungen des Wettbewerbs gelegt. Beteiligt sind ForscherInnen der JKU (Institut für Gesamtanalyse der Wirtschaft, Leitung: Prof. Jakob Kapeller) und der Universität Wien.

Kampf um Wohnraum
Auf der Ebene von EU- und Nationalstaaten wird am Beispiel Wohnen durch Experteninterviews und andere Methoden untersucht, wie die Gesetze durch den wirtschaftlichen Wettbewerb beeinflusst werden und welche Konsequenzen sich daraus ergeben – gerade auch im Alltag jener Menschen, die Wohnraum suchen.

Im Endeffekt wollen wir den Begriff Wettbewerb umfassend betrachten. Wir wollen herausfinden, wie und unter welchen Voraussetzungen Wettbewerb zu einem zentralen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnungsprinzip geworden ist und vielleicht auch wie man ihn verändern kann“, erklärt JKU-Forscher und Projektkoordinator Dr. Stephan Pühringer. Ob Margaret Thatchers Kapitalismus-Zitat „There is no alternative“ also Gültigkeit hat, werden wir am Ende des Projekts in vier Jahren erfahren.

NEWS 16.05.2019

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