Prof. Gabriele Kotsis zur Präsidentin des weltweiten Computerverbands ACM gewählt

Die JKU Informatikerin wird damit ab 1. Juli 2020 der Association for Computing Machinery (ACM) vorstehen.

Prof. Gabriele Kotsis

ACM ist die weltgrößte wissenschaftlichen Computergesellschaft und vernetzt rund um den Globus Informatiker*innen aus Praxis, Wissenschaft und dem Bildungssektor. Gegenkandidatin von Prof. Kotsis war Google-Vizepräsidentin Elisabeth Churchill. “Ich empfand bereits die Nominierung als große Ehre, mit der ich nicht gerechnet hatte Die Prominenz meiner Gegenkandidatin von Google haben in mir ehrlicherweise nicht so große Erwartungen auf eine erfolgreiche Wahl aufkommen lassen. Umso mehr freue ich mich nun, dass ich als JKU Wissenschaftlerin und Österreicherin die erste, nicht-anglo-amerikanische Präsidentin sein werde“, sagt Kotsis, die ihre Wahl auch als internationale Anerkennung für die Informatik an der Johannes Kepler Universität Linz betrachtet.

Auch JKU Rektor Meinhard Lukas sieht den Weg der JKU bestätigt. “Den bequemen und bekannten Pfad zu verlassen und Neues zu schaffen, zeichnet Pionier*innen aus. An der JKU fördern wir den Mut und die Bereitschaft, über den Tellerrand zu schauen und so Innovation hervorzubringen. Dieses Umfeld, diese ständige Bereitschaft zur Erneuerung bringt Personen wie Prof.in Gabriele Kotsis hervor, die dann auch über die Grenzen unseres Landes prägend wirken. Ich gratuliere ihr zu dieser Wahl und wünsche ihr alles Gute für ihre Amtsperiode.”

Für die Zeit ihrer Präsidentschaft möchte Kotsis das Know-how und die Expertise der ACM-Mitglieder stärker in den Fokus rücken. “Kein anderer Bereich hat mehr Einfluss auf die Gestaltung der Zukunft und der künftigen Technologien”, betont die JKU Forscherin. “Globale Probleme müssen auch global und unabhängig von Einzelinteressen in Angriff genommen werden. Egal ob Klimawandel, medizinische Forschung oder die Bewahrung der Demokratie: ACM hat das Potenzial, ethischer Vorreiter für alle Bereiche der Informatik zu sein.”

 

Zur Person

Gabriele Kotsis wurde 1967 geboren. Sie studierte Wirtschaftsinformatik in Wien, wo sie auch ihr Doktorat mit Auszeichnung erwarb. 2002 kam sie an die JKU, wo sie das Institut für Telekooperation leitet und von 2007 bis 2015 als Vizerektorin für Forschung tätig war. Sie war Gründungsmitglied von ACM Europe und wurde für ihre Forschung vielfach ausgezeichnet, u.a. als “femtech Expert / Researcher of the Month“ und dem Heinz Zemanek Award.