Grenzübergreifende Förderung der Informatikbildung

Kleinprojekt im Rahmen des Programms INTERREG V-A
Österreich- Bayern 2014 - 2020

Ausgangslage

Informatik wird weltweit immer häufiger schon ab der Grundschule unterrichtet, da einerseits “Computational Thinking” als grundlegend angesehen wird, und da andererseits ein früher Zugang zu Informatik wichtig für Wahrnehmung (gültiges Bild der Informatik) und Chancengleichheit (Zugänge von Mädchen und Jungen zur Informatik) ist. In Großbritannien wird beispielsweise algorithmisches Denken und Programmieren schon ab der 1. Schulstufe unterrichtet, und viele andere Länder folgen diesem Beispiel. Dagegen wird in Deutschland und Österreich Programmieren momentan erst viel später eingeführt, und diese Länder gelangen so international ins Hintertreffen. In beiden Ländern herrscht nun der Wunsch dies zu ändern (in Deutschland beispielsweise im Arbeitskonzept „Kompetenzen für informatische Bildung im Primarbereich” der Gesellschaft für Informatik (GI) e. V., in Österreich beispielsweise mit der Initiative digi.komp 4  sowie der Einführung des Curriculums „Digitale Bildung“ für die Sekundarstufe 1), doch sind oft weder Schulen dazu ausgestattet, noch Lehrer ausreichend darauf vorbereitet.

Projektziele

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, einen früheren und besseren Zugang zur Informatik in der Grenzregion Bayern/Oberösterreich zu fördern. Im Detail werden damit die folgenden Ziele verfolgt:

  • Die zielgerichtete Entwicklung und Anwendung von Lernmaterialien soll den Unterricht von Informatik an Schulen innerhalb der Grenzregion, und auch außerhalb, unterstützen.
  • Schulen sollen bei der Umsetzung der neuen, zum Teil noch in Entwicklung befindlichen, Informatikcurricula in Österreich und Bayern unterstützt werden.
  • Ein verbessertes Bewusstsein für die Wichtigkeit von Informatik bei SchülerInnen und Lehrpersonal soll die Etablierung von Informatik als Kerndisziplin der Grundlehre in der Grenzregion vorantreiben.
  • Die allgemeine Vorstellung von Informatik basiert im Allgemeinen immer noch oft auf dem Bild des klassischen, männlichen „Nerds“, und Berufe und Studien mit Informatik-Bezug sind von Männern dominiert. Ein früherer Zugang zur Informatik, bevor sich dieses Bild gefestigt hat, soll dem entgegenwirken, und damit Chancengleichheit unterstützen.
  • Die Etablierung einer grenzübergreifenden Gemeinschaft zum Thema Informatik und Computational Thinking soll langfristig einen regelmäßigen Austausch über Möglichkeiten und Angebote beiderseits der Grenze schaffen. 

Projektinhalt

Im Zentrum des Projektes steht die Konzeption, Umsetzung, und Anwendung eines “Informatikkoffers”, einer Auswahl von Lernmaterialien mit Informatik-Bezug, die es ermöglichen sollen, einfach, mobil, und unkompliziert Einführungsveranstaltungen zum Thema Informatik für Kinder der 1.-8. Schulstufe anzubieten. Dabei besteht die Konzeption aus einer fundierten Recherche und Evaluierung der relevanten verfügbaren Technologien und ihrem Bezug zu den wichtigsten Informatikkonzepten. Die Umsetzung besteht aus der Entwicklung und Auswahl von Lernmaterialien für die Technologien und Inhalte des Informatikkoffers. Zentraler Inhalt des Projektes ist die Anwendung des Informatikkoffers durch Workshops an regionalen Schulen innerhalb der Projektlaufzeit. Die erarbeiteten Inhalte werden über ein dediziertes Web-Portal den Schulen frei verfügbar zugänglich gemacht, und das Portal soll weiters die Interaktion und den Erfahrungsaustausch zwischen Lehrkräften beiderseits der Grenze fördern. Eine Veranstaltung an der Universität Passau soll den Austausch zwischen LehrerInnen und Schülern der Grenzregion fördern. Die Umsetzung aller Teilaspekte erfolgt gemeinsam von der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) und der Universität Passau (UP).

Was ist der grenzüberschreitende Mehrwert des Projekts? 

Eine etablierte, gezielte Förderung von Informatik in der Grundschule und gymnasialen Unterstufe ist beiderseits der Grenze kaum vorhanden, auch wenn in beiden Ländern unabhängig voneinander auf nationaler Ebene Informatikbildung prinzipiell als Priorität definiert wurde. Das Projekt fördert insbesondere eine Region fernab der großen Metropolen, wo dieses Problem besonders stark ausgeprägt ist. Ein Austausch von LehrerInnen beider Seiten der Grenzregion wird helfen, die unterschiedlichen Zugangsarten zur Thematik besser zu verstehen. Selbstverständlich wird durch ein solches Projekt auch die Zusammenarbeit der JKU mit der UP gefördert, sowie der Austausch auf Schulebene bzw. derjenige der SchülerInnen untereinander. Der Informatikkoffer steht Schulen auf beiden Seiten der Grenze zur Verfügung, und Erfahrungen der Lehrer können über das Webportal ausgetauscht werden.

Wie soll die dauerhafte (institutionelle) grenzübergreifende Zusammenarbeit der Projektträger sichergestellt werden?

  • Die Projekt-Website wird langfristig, über die Projektdauer hinaus, weiterbetrieben.
  • Der Informatikkoffer bleibt über die Projektdauer hinaus von Schulen der Grenzregion ausleihbar, und wird den Austausch zwischen den Projektpartnern und Schulen stärken.
  • Der Informatikkoffer wird über die Förderphase hinaus in öffentliche Veranstaltungen (z.B. Kinderuni, Familientag, etc.) eingebunden.
  • Die Universitäten beabsichtigen eine vertiefende Zusammenarbeit an der Thematik über weitere Forschungsanträge.
  • Die Universitäten beabsichtigen eine Kooperationsvereinbarung über die Durchführung weiterer Veranstaltungen im Anschluss an die Förderphase abzuschließen. 

 

Projektleitung:
Prof.in Barbara Sabitzer

Mittelgeber:
Europäische Union (EU) > EU - Europäischer Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds) 2014-2020 > EU - ESIF - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 > EU - ESIF - EFRE - INTERREG Österreich-Bayern 2014-2020 (Kleinprojektförderung)

Projektnummer:
NB-23