Kepler Salon Ausgabe 4/2020

Ich bin der Stau

Vor einigen Jahren appellierte meine kleine Tochter an mich: „Papa, du bist ein Wahnsinn. Kannst du wieder einmal ein bisschen normal werden?“ Welche Erfahrung die Vierjährige gemacht hat, um auf einmal zu bemerken, dass ich nicht normal bin, weiß ich nicht. Ich vermeide bewusst den Konjunktiv.

Außer der Norm war ich schon als Achtjähriger, als ich Tag und Nacht die „Vierte“ von Bruckner gehört habe. Als Musikerkind greift man eben früh nach Flöte und Schallplatten – wie ein Spross eines Tischlerhaushalts vermutlich nach Hobel und Pressspanplatte. Mein Bruder ist übrigens doch Tischler geworden. Er wusste dies schon im zarten Kindergartenalter und hat nie wieder an seiner Berufswahl gerüttelt. Das Abnormale bemerken wir erst, wenn sich etwas vom Gewohnten, Üblichen zu unterscheiden beginnt. Abweichung weckt Irritation, Sehnsucht oder Neugier. In den meisten Fällen bringt sie Möglichkeiten mit sich, die mitunter gerade noch unmöglich schienen.

Unser pandemischer Ausnahmezustand zwingt uns, mit vielem anders umzugehen, als wir es gewohnt waren. Zeit, du bist ein Wahnsinn. Kannst du wieder einmal ein bisschen normal werden, zitiere ich sinngemäß meine Tochter weiter. Wobei die Frage ist, wie lange etwas dauern muss, um als Ausnahme durchzugehen, und nicht doch schon längst wieder zur Normalität geworden ist. Diese wird uns dann als neue Normalität verkauft. N. N. bedeutet normalerweise Nomen nescio, Nullum nomen, Nomen nominandum bzw. Numerius negidius, was in etwa meint, dass ein Name bekannter- oder unbekannterweise nicht oder noch nicht genannt wird oder werden kann. Danken Sie dieses Wissen nicht mir oder meiner verehrten Latein-Professorin, sondern Wikipedia. Es lebe das im Netz verifizierte Halbwissen.

Wir brauchen die Norm als Geländer, um uns orientieren zu können. Sie wird damit zu einer stillen Vereinbarung, deren Zustimmung gar nicht erst eingeholt werden muss. Insofern könnte man das Normale als kulturelle Übereinkunft betrachten. Ausgerechnet auf einem Geländer, das vor der profanierten Linzer Kapuzinerkirche die Fußgehenden vor dem Autoverkehr schützt, habe ich den Satz entdeckt: „Du bist der Stau.“ Während ich auf das Einfädeln in die Hopfengasse warten musste, nahm ich diese Ansage im Auto sitzend wahr. Alle heimischen Autofahrerinnen und -fahrer kennen diesen neuralgischen Punkt im Linzer Verkehrsgeschehen. Wenn man endlich drankommt, ist es immer wieder ein kleiner Kick, ob man es im kleinen Zeitfenster schafft, sich Richtung Römerbergtunnel einzugliedern. Unbeschwertes Vorankommen passiert woanders, wobei die Chancen auf Verkehrsbehinderungen in Linz generell nicht so schlecht stehen. Aber dies will hier nicht weiter Thema werden. Du bist der Stau, wird einem hier auf den Kopf zugesagt. Noch dazu ist der Blickwinkel so gewählt, dass dies nur aus dem stehenden Auto zu lesen ist.

Als Lehrer, der ich drei Jahrzehnte sein durfte, war ich immer auf der Lauer, solche Situationen herbeizuführen. Man legt einen zufälligen Stolperstein, bastelt eine Engstelle, an der die Schülerin, der Schüler vorbeimuss, und dadurch etwas erfährt, was obendrein und nebenbei noch unverständlich benannt wird. Wie wir alle wissen, lernen wir am besten durch Erfahrung. – Oder auch nicht, wenn die oberste Prämisse ist, an der – weiß ich wie alten – Normalität festzuhalten.

Wenn die Erfahrung dann gleich noch in einem klaren theoretischen Überbau – wie einem einfachen Satz – bewusst vertieft wird, könnte man dies als Beispiel formvollendeter Pädagogik anführen und zeigen, wie sehr sich Theorie und Praxis bedingen. Pädagogik ist die Kunst des gut argumentierten Fallenstellens. Mitten im Stau wird mir bewusst, dass ich es bin und nicht die Anderen. Würde ich aufs Auto verzichten, stünde ich nicht nur mittendrin, sondern würde einen Beitrag zur Entspannung des Verkehrs an dieser Stelle leisten. Die Würde gehört dem Indikativ, nicht dem Konjunktiv und Eigenverantwortung ist nicht das Gegenteil von Verantwortung. Sobald wir in die eigene Verantwortung gehen, nach eigenen Antworten suchen, finden wir sie auch für unsere Mitmenschen. Wobei am gleichen Strang zu ziehen noch gar nichts heißt, wie der große Helmut Qualtinger schon wusste: „Auch Henker und Gehenkter tun das.“

Ein Stau kann viele Gründe haben und entsteht nie aus dem Nichts. Meist sind die Verursachenden gar nicht ins Staugeschehen verwickelt, sie lösen nur aus, was zu einer Kettenreaktion führt. Damit fehlt oft der Lerneffekt für die Aus- und Leidtragenden, die sich einem unüberlegten und teilweise gefährlichen Fahrverhalten anpassen müssen, um selbst sicher weiterfahren zu können. Menschen machen einfach zu viele Fehler. Sie fahren zu dicht auf, sind einen Moment lang unaufmerksam und müssen dann scharf bremsen, was ein Stauauslöser sein kann. Aufmerksamkeit ist ein großes Thema. Sind Sie schon einmal in Rom Auto gefahren? Würde man ins römische Verkehrsgeschehen nur Autofahrende österreichischer Art und Gewohnheit verpflanzen, würde es permanent krachen. Wir sind viel zu lahm in unserer Reaktionszeit. Nebenbei bemerkt, geht dort nicht gleich die Welt unter, wenn es doch einmal zu einem Kratzer durch Kontaktnahme kommt. Der Stoßstange werden nicht nur ästhetische Qualitäten, sondern auch eine abfedernde Funktion zugemutet.

Ganz anders geht es im Tierreich zu, für Ameisen ist zum Beispiel das sichere und stetige Vorankommen aller Verkehrsteilnehmenden das Ziel. In der Forschung beobachtet man Tierschwärme, um herauszufinden, wie der Verkehr effektiver gestaltet werden kann. Eine wichtige Erkenntnis dabei ist, dass Ameisen selbstlos sind. Sie orientieren sich an den Langsamen, wer stehen bleiben muss, tritt zur Seite. Ist Selbstlosigkeit gar ein guter Ansatz hin zur Eigenverantwortung? An der Wortoberfläche würde man dies auf den ersten Blick gar nicht vermuten. Speed kills Eigenverantwortung.

Wir erleben eine sehr fragile Zeit und müssen als Gesellschaft aufpassen, dass die Risse, Gräben und Unterschiede nicht immer noch größer werden. Unsicherheit ist aber immer die große Zeit der Möglichkeiten, auch jener, uns wieder als Gestaltungsbefähigte mit Verantwortlichkeitsveranlagung – man könnte auch Empathie sagen – zu begreifen. Jede, jeder hat Einfluss und es ist höchste Zeit, diesen in Anspruch zu nehmen. Wer es nicht tut, stimmt dem Lautesten zu. Wir können bis zum Sankt Nimmerleinstag diskutieren, ob diese oder jene Maßnahme hilft, oder jene nicht. Nur um nicht missverstanden zu werden, ich finde einen fundierten Diskurs unentbehrlich. Dieser sollte auf wissenschaftlicher Basis, mit Vernunft und Mitgefühl passieren. Was ich vermisse, ist, dass wir vieles nicht mehr bereit sind zu tun, wenn es nicht unser ureigenes, unmittelbares Hoheitsgebiet betrifft. In allen möglichen und unmöglichen Zusammenhängen höre ich seit Jahrzehnten, da könne man nichts tun, dahinter stecken Weltkonzerne, der Chef, die falsche Partei, das rechte Netzwerk, der linke Nachbar oder das schlechte Wetter. Stimmt, gegen das Wetter sind wir machtlos, können aber zu Hause bleiben, wenn es zu stark regnet. Es ist doch gut, wenn man ein Dach über dem Kopf haben darf. Was für viele Menschen gar nicht selbstverständlich ist.

Wir können immer etwas ändern, und wenn es nur für uns ist. Gibt es eigentlich eine radikalere Veränderung als eine selbstverursachte, die einen selbst betrifft? „Wenn ich auch nur im Geringsten dafür verantwortlich bin, dass Menschen in ihrem Inneren mehr Persönlichkeiten entdecken, als sie ursprünglich vermuteten, dann bin ich zufrieden“, sagte David Bowie im Gespräch mit Alan Yentob im Dokumentarfilm „Cracked Actor“ (1975). Ich bin der Stau, ich bin die zweite Welle, ich bin das Klima, ich bin Gesellschaft, ich bin Welt. Die Inanspruchnahme von Verantwortung erfordert nicht immer sofort Heldenmut. Ich bewundere Menschen, die ihr Leben für eine kollektive Sache einsetzen. Dafür bin ich viel zu feig. Es gibt so viele Möglichkeiten, bevor man sein Leben aufs Spiel setzt. Sitzen bleiben ist keine und manchmal doch eine. Das ist Freiheit.  

Von Norbert Trawöger
Kepler Salon Ausgabe 4/2020

Das dumme Fleiß der Winkekatzen

An einem Tag, an dem sehr viel konzentriert zu schreiben ist, fahre ich handlungsbereit ins Büro. Als ich die Garage öffne, fallen mein Blick und das Tageslicht auf eine dieser solarbetriebenen Winkekatzen, die dienstfertig ihren Daseinszweck erfüllt. Meine Schwester, mit der ich das Haus wechselweise bewohne wie Sonne und Mond den Himmel, möchte die seltsame Apparatur auf der Hutablage befestigen, damit sie Geld und Glück hereinwinke, aber vor lauter Arbeit kommt sie nicht dazu.

Ich versuche, ohne Ablenkung in mein Bürobaumhaus zu steigen, um diesen Text hier zu schreiben. In den vergangenen zwölf Jahren meines Home-Office habe ich das Konzept von Scheuklappen zu verstehen gelernt. Denn der Haushalt hascht mit minder wichtigen Aufgaben nach meiner Aufmerksamkeit. Noch schaffe ich es über den Rasen, der schon aussieht wie unsere Frisuren kurz nach dem Lockdown, und ich schaffe es die Leiter hinauf – aber drinnen liegen sieben Staubflankerl, sodass ich gleich einem Putzanfall erliege, nachdem ich dann auch Hunger bekommen und gekocht habe, ist es auch schon wurscht, und ich mähe den Rasen. Gibt es so etwas wie Alters-ADHS?!

Zu meinem Erbe gehört nicht nur ein alterndes Haus, sondern ein Mühlviertler Arbeitsethos, das in den Früchten sitzender Denkarbeit keine ordentliche Ernte sieht. Um diesen skurrilen Selbstboykott zu überwinden, bräuchte ich eine zweite Meindl, der ich zufrieden dabei zusehen könnte, wie sie mir die Frackhemden bügelt und den Giersch aus dem Garten rupft. Und ich selbst, das Original, könnte endlich schreiben! Oder nur ganz schnell auf Facebook nachschauen, ob das Posting mit dem Hunderl … und auf Instagram … Als Kompromiss öffne ich meine drei Mail-Accounts und mache mich an die Administration meines Erwerbslebens, also höflich Honorare einfordern, Kollegen Links für die diversen Härtefallfonds googeln, Sitzungsprotokolle korrigieren, der Kulturdirektion Anregungen für ein Kulturkonjunkturpaket aufdrängen. Fürs konzentrierte Schreiben ist es schon lange zu spät, morgen geht’s bestimmt locker, da ist ja dann auch der Rasen gemäht! In der Garage winkt die Katze weiter mit sinnloser Tüchtigkeit. Kann dieser alte Fleiß – so etwas wie das Korsett im Leben meiner Vorfahren – nicht langsam weg wie die hölzernen Rechen, Sensen und Dreschflegel in der Gartenhütte? Wenn sie ihm lustig sei, dann sei es keine Arbeit mehr: ein Zitat meines Großvaters. Fleiß ist kein Wert an sich. Bei der Fahrt in die Kletterhalle überfällt mich schlechtes Gewissen. Wieder nichts fürs OEuvre weitergebracht! So ein leistungsarmes Leben kann sich nur leisten, wer geerbt hat! Im Ernst, was ist los mit mir? Wenn das so weitergeht, bin ich ersatzlos durch einen Schreib-Bot zu ersetzen. Weil ich gestern Zeitung gelesen habe, statt zu schreiben, weiß ich heute leider, dass laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Maschinen und Algorithmen bald jeden vierten Job übernehmen könnten. Wir Autorinnen sollten uns nicht sicher fühlen, es ist ziemlich unheimlich, wie gut digitale Schreibprogramme mittlerweile unsere poetische Arbeit imitieren. Versuchen Sie es selbst einmal mit dem „artikelschreiber.com“. Das kann man amüsant finden – oder beängstigend. Vom Zeitfaktor sollte ich gar nicht reden. Zwischen dem Auftrag für diesen Text und seiner Endfassung liegen sechs Wochen, dabei hätte ich mich in dieser Zeit nur ein einziges Mal für ein paar Stunden hinsetzen müssen. Chat-Programmen hingegen baut man eine kleine Verzögerung bei ihren automatischen Antworten ein, damit der fragende Mensch nicht durch übermenschliche Schnelligkeit erschrickt. Möglich, dass „Roboterliteratur“ bald die Science-Fiction verlässt und die Belletristik erobert. Gut, dann könnte ich den ganzen Tag im Garten kramen wie ein hyperaktives Eichkätzchen, aber ohne bedingungsloses Grundeinkommen käme ich nicht einmal durch den ersten Winter. Und es wäre auch eine moralisch sinnlose Existenz.

Während des Trainings wäge ich ab, ob es nicht klüger wäre, mich durch eine intelligente und vor allem tüchtige Androidin meiner selbst zu ersetzen, dann könnte ich seelisch ungestört bouldern, während sie meinen Roman über die chinesische Kopie von Hallstatt fertig schreibt, natürlich anhand von Big-Data-Algorithmen, nach denen ein garantierter Bestseller funktioniert.

Später, auf der Couch des Mannes, den ich von allen am liebsten besuche, denke ich – verursacht durch ein Glas Rotwein – emsig nach. Muße muss man sich leisten können. Disziplinlosigkeit ist ein Privileg. Während ich launige Facebook-Postings über Prokrastination im Home-Office schreibe, brennt sieben Häuser weiter eine rumänische Pflegerin aus, weil sie sich um eine verängstigte demente Frau kümmert, die ihr keine ruhige Minute lässt. Schön, wenn die Digitalisierung eintönige und anstrengende Arbeiten übernimmt, aber was machen die Leute, die bislang damit ihr Existenzminimum verdient haben? Wer Automaten und Algorithmen nicht für die Befreiung der Menschen hackeln lässt, soll sich in einer ruhigen Minute fragen, ob er ein profitgieriges Miststück ist. Pardon, das war zu grob, zu plakativ! Es liegt am zweiten Glas Rotwein, da geht’s mit mir durch. Ich komme sehr gut damit klar, dass mit meiner Berufswahl ein bohèmehaftes Leben einhergeht, Klagen über Honorare gehören im Literaturbetrieb zum guten Ton. Aber mich ärgert, dass wir in einem stinkreichen Land fast 300.000 „working poor“ haben, und die Pandemie wird diese Zahl bestimmt nicht senken. Es zipft mich enorm an, dass Frauen, die ihr Leben lang die eigenen Bedürfnisse hinter die der Familie gestellt haben, sich mit einer lachhaften Pension durchfretten müssen. Es nervt exorbitant, dass Schulpsychologinnen und Sozialarbeiter eingespart werden. Und gibt es einen vernünftigen Grund, warum Kindergartenpädagoginnen so mies bezahlt werden? Konzernführer und Wirtschaftsminister und Industriellenvereinigungspräsidenten (ich gendere hier nicht) lassen sich offensichtlich vom Wachstum der Wirtschaft so ablenken wie ich mich von jenem meines Rasens. Die Frage, was wir mit der frei werdenden menschlichen Arbeitskraft anstellen, ist wohl auf morgen verschoben. Offensichtlich ist es wichtiger, dass nur bloß niemand in der sozialen Hängematte lungert. Leistung muss sich lohnen! Da fällt mir wieder der dumme Fleiß der Winkekatze ein. Faulheit kann man den Maschinen nun wirklich nicht vorwerfen.

Hier mein Vorschlag zur Güte, ganz ohne Big-Data-Analyse über gelingendes Menschsein: Alle, die noch physisch arbeiten müssen, sollen flugs wohlhabend und hoch angesehen werden. Alle, deren Arbeit wegfällt, sollen sich flugs und bestbezahlt um andere Menschen kümmern. Wenn die Automatisierung nicht dazu dient, dass ALLE an den Segnungen der Arbeitserleichterung teilhaben, ist das nicht meine digitale Revolution. Den Entscheidungsträger, der mir widerspricht und panisch „Diktatur! Maschinensteuer!“ greint, lade ich zu einem Besuch in eine städtische NMS oder in ein Bezirksaltenheim oder auf ein Spargelfeld ein. Und wenn er dann noch glaubt, dass die Wirtschaft die Arbeitsplätze schafft und nicht die Menschen selbst, dann haue ich mit kletterhallenstarker Faust auf den Tisch.

Auch am nächsten Arbeitstag, am Tag der Deadline für diesen Text, winkt mir die Katze zu, als ich voller Tatendrang ankomme, und sie winkt mir zu, als ich am Abend Richtung Kletterhalle wegfahre, nachdem ich schon wieder nicht mehr als ein paar Notizen hingekriegt habe, weil sich überraschend Besuch eingestellt hat. Aber einen Tag so zu vertändeln – das soll mir ein Roboter einmal nachmachen!

Von Dominika Meindl
Kepler Salon Ausgabe 3/2020

Mut laben Seele

Eine Zu-Mutung

Von Norbert Trawöger
Kepler Salon Ausgabe 3/2020

Ihr seid naiv! Zeit für Eutopie

Ein Spätsommerabend, die Donau strömt wie flüssiges Silber, der Kellnerandroid stellt mit zurückhaltender Verbeugung zwei goldschimmernde Gläser Schlägl Kristall vor uns hin, denn ich bin eine liberale Autokratin, die viel Verständnis für die Bedürfnisse von Männern hat. Und trotzdem haben die Augen meines Neffen ihren Glanz verloren. War ich zu harsch mit ihm? Bestimmt. Man redet der Jugend nicht ihre Zukunftsvisionen schlecht. Ich lege meine Hand auf seine Schulter. „Wenn du es wirklich willst, kannst du natürlich BWL studieren!“ Sein Kinn zittert. „Es ist mir egal, ob das eine brotlose Kunst ist, ich will Unternehmensberater werden!“, sagt er, und es klingt nicht so trotzig, wie er denkt.

Er hat es nicht leicht als Patenkind einer Despotin. Noch dazu einer, die es gegen die Wirtschaftselite durchgesetzt hat, dass Menschen radikal nach dem gesellschaftlichen Wert ihrer Arbeit und ihren Möglichkeiten bezahlt werden. Da macht man sich ein Geschwader an Feinden, und Sippenhaft ist für Marvin kein Fremdwort. Aber anders hätte das Matriarchat keine Mehrheit gefunden. Bizarr eigentlich, dass wir Frauen uns Jahrtausende lang dermaßen sekkieren lassen haben! Und dass es dieser Seuche bedurfte, um die Revolution auszulösen! Was die Jungen heutzutage gern vergessen, weil es ihnen schon zu gut geht unter meiner Obhut: 85 Prozent der verlorenen Arbeitsplätze waren jene von uns Frauen! Gleichzeitig haben sich die Herren vorgestellt, dass wir zu Hause unbezahlt putzen, pflegen, kochen, unterrichten – und dann auch noch Diät halten, damit wir während des Lockdowns nicht blad werden. Darum ist es mir ungemein wichtig, dass „Frauenkolonialismus“ heute, zwanzig Jahre später, im Lehrplan aller Schulen steht. Jetzt lernt jedes Kind Gerechtigkeitsgeschichte – wenn sie hören, dass Frauen noch im 20er-Jahr 41 Prozent weniger Pension bekommen haben, reißen die Kleinen die Augen auf.

„Muss es denn unbedingt BWL sein?“, frage ich den einzigen Sohn meines Bruders, „wie so ein Betrieb geht, ist doch keine Wissenschaft.“ „Aber der Staat ist ein schlechter Wirtschafter …“, will er sagen, doch ich haue so fest auf den Tisch, dass die anderen Gästinnen sich zu uns umdrehen. „Ich bin der Staat!“ Gut, ein Totschlagargument. „Und wir sind ein stinkreiches Land!“ Marvin gibt noch nicht auf: „Es gibt so viel Sparpotenzial! Ohne Wettbewerb fehlen uns die Innovationen!“ Jetzt werde ich böse. „Schatzi, du willst mich provozieren, das ist dein gutes Recht. Aber es steht nicht ohne Grund in der österreichischen Verfassung, dass Kooperation Mittel unseres Wirtschaftens ist, WEIL ES OBJEKTIV STIMMT!“ Der ganze Gastgarten brummt zustimmend wie ein Hummelschwarm. Ich senke meine Stimme. „Wozu haben wir alles digitalisiert, wenn wir uns nicht das Leben schön machen? Lass’ die Menschen doch so arbeiten, wie es ihnen lustig ist, das geht sich alles aus!“ Er murmelt etwas von „da ginge mehr fürs BNP“, ich knurre. „Marvin, willst du an den Stammtischen der Patriarchen enden, die in ihre Biere weinen? Die greinen, dass der Markt alles regeln soll?“ Er schüttelt den Kopf, nein, zu diesen Außenseitern will er nicht gehören. Dann lächelt er endlich. „Tante Dominika, ich hab’s! Die sitzen im Abseits, weil der Markt wirklich alles regelt, drum haben sie nix mehr zu melden!“ Wir lachen beide herzlich, er ist halt doch mein schlauer Lieblingsneffe, und nein, ich bin nicht traurig, dass es in meiner Familie keine Stammhalterin gibt. Was wäre denn das für ein modriges Denken?

Oft fragen mich ausländische Journalistinnen, warum ich kapitalistische Thinktanks als Subkultur nicht nur zulasse, sondern sogar fördere. „Schauen Sie“, sage ich, „die Mittel stellt meine Männerministerin zur Verfügung, um den sozialen Frieden zu gewährleisten.“ Damit dürfen die Leistungsfetischisten ihre schlecht besuchten Hayek-Leseabende veranstalten, Lyrik über ihre Sehnsucht nach dem Neoliberalismus schreiben oder Ironman-Triathlons organisieren. Es ist wie mit Fuhrknechten oder Bergarbeitern! Wir müssen auf die Menschen schauen, besonders wenn ihre Branchen obsolet werden! Meine Position ist so gefestigt, dass sie es leicht aushält, wenn sich Marktromantiker und Kooperationsleugner daran reiben. Die Gerechtigkeitskritiker dürfen behaupten, was sie wollen, zum Beispiel den ganzen Tag, dass man wegen der politischen Korrektheit gar nichts mehr sagen darf. Sie müssen dafür nur eine Freikirche gründen, denn da geht es um persönliche Glaubensgrundsätze. Die Katholiken glauben ja auch an eine jungfräuliche Geburt, also wo fange ich bei den Privatisierungs- Esoterikern an, wenn ich das rational angehe? Und warum auch? Ich will, dass die Menschen glücklich sind. Eine Diktatorin hat Besseres zu tun, als sich in das Privatleben ihres Volkes einzumischen. Aktuell denke ich etwa an einen Matriarchats-Export in andere Länder, aber nicht militärisch, sondern durch Soft Power. Wie ich damals dem Trump den Krieg erklärt habe, persönlich natürlich, nur Schwächlinge brauchen Waffen, und ihn mit dem ersten Schwinger an sein breiiges Kinn von den X-Beinen geholt habe, das hat schon weltweit Eindruck gemacht.

So, jetzt wird es zu albern. Schluss mit diesem demokratisch fragwürdigen Tagtraum! Lassen Sie mich den verbleibenden Platz hier seriös nutzen. Ich bin keine Feindin der Wirtschaft. Wir sind ja alle Teil davon! Dieser Text bewegt sich im Kreislauf der Waren, Sie lesen ihn, ich bekomme Geld dafür. Der Kapitalismus nervt brutal, aber Sachen kaufen ist super: eine Hose, die genau so „lang“ wie meine Beine ist, neue Wanderschucherl, eine Flasche Champagner für den Mann, den ich von allen am meisten mag (das habe ich fast ohne Wettbewerb herausgefunden).

Sie wissen, eine Welt ohne ihre Ausbeutung können wir uns schwerer vorstellen als ihren Untergang, zumindest kann’s Hollywood nicht. Das Wichtigste, das ich Ihnen hier vermitteln möchte, ist mein Glaube an die Utopie. Und an den Auftrag, unsere Vorstellungskraft mindestens so zu trainieren wie unsere Bauchmuskeln! Ich bin eine große Freundin des Unwahrscheinlichen, des groß Geträumten, des schönen Lebens für alle. Das Gegenteil der faden Weltuntergangs- Dystopien ist die Eutopie, der Zukunftsoptimismus. Den brauchen wir.

Meine Mutter hat sich bis zuletzt über meine wachsende Liebe zum Bergsteigen gewundert. Vor 41 Jahren hatte sie mich besorgt zur Kinderkardiologin getragen, weil mich das Erlernen des aufrechten Ganges so gar nicht reizte. „Nein, die ist nur faul“, sagte die Ärztin. Wenn also aus einem feisten Kleinkind („Pröbstling“) eine immer noch leicht feiste, aber sehr mobile Frau werden kann, wie viel mehr kann aus der Gesellschaft werden? Warum sollte sich so wie das Wandern gegen die Trägheit nicht auch die Vernunft gegen die Ungerechtigkeit durchsetzen?

Und wie lustig ist es eigentlich, wenn Entscheidungsträger den Künstlerinnen bescheiden, ihre Visionen und Projekte seien schön und gut, aber nicht zu bezahlen – und dann selbst milliardenschwere Autobahnprojekte aushecken, für die sie Tunnel durch Granit graben lassen, Felswände sprengen, Hektoliter Beton in Flüssen versenken? Während Schulpsychologinnen und Bibliotheken und Mindestsicherungen zusammengekürzt werden wie der Giersch in meinem Garten? Wenn wir Luftmenschen von einem Milliardenkonjunkturpaket für den Sozialbereich oder ein Landeskunstschulwerk reden, lächeln die vermeintlichen Realos milde. Dabei ist es einfach nur naiv, zu glauben, wir kämen ohne Utopien aus unserem Schlamassel heraus.

Von Dominika Meindl
Kepler Salon Ausgabe 2/2020

Im Gegenwartezimmer

Norbert Trawöger sinniert über das Anfangen, die Ungeduld, die Vergegenwärtigung der Gegenwart in der Gegenwart und fragt sich, wie man Expertinnen und Experten erkennt. Dies alles vom Logenplatz aus.

Von Norbert Trawöger
Kepler Salon Ausgabe 2/2020

Japan – Inselreich in Bewegung

Während in Österreich erste Lockerungen des Shutdown beginnen, weitet Japans Premierminister Shinzo Abe den Ausnahmezustand von zunächst sieben auf alle 47 Präfekturen des Landes aus. Die Bevölkerung wird ersucht, ihre persönlichen Kontakte um 70 bis 80 Prozent zu reduzieren. Firmen werden aufgefordert, möglichst auf Heimarbeit umzustellen. Um etwa einen Monat zeitverzögert, vollzieht Japan Mitte April die allmähliche Stilllegung des Landes. Die Geschäftsstraßen sehen aus wie sonst nur zu Neujahr, wenn sich das ganze Land rund eine Woche lang zu Familienfeiern ins Haus zurückzieht.

Ich hatte geglaubt, dass die japanische Höflichkeit und Etikette mit ihrem kulturell verwurzelten Abstandhalten und Maskentragen das Inselreich von Corona weitgehend verschonen würde. War doch dort das kollektive und feucht-fröhliche hanami, das Bestaunen der Kirschblüte, noch zu einem Zeitpunkt möglich, als wir hier das Haus längst nur mehr in den erlaubten seltenen Fällen verließen. Einzeln. Maximal zu zweit. Dann hatte Abe Ende März an die Menschen in Tokyo, Osaka und anderen Großstädten appelliert, doch ein Wochenende lang mal freiwillig zu Hause zu bleiben. „Wir machen dieses Wochenende social distancing“, ulkte eine Freundin in Tokyo, mit der ich über den japanischen Messenger-Dienst LINE telefonierte. Freund Ogino erzählte über LINE, dass er seine 98-jährige Mutter nicht mehr besuchen dürfe. Er habe bei der Rezeption des Altersheimes eine Portion Eiscreme für sie abgegeben. Sie lebt auf der Demenzstation. Ihren Sohn erkennt sie schon lange nicht mehr. Ihre Leidenschaft für Eiscreme ist geblieben. Im April hatte ich sie noch besucht. Sie hatte mich erstaunt angesehen und eine der Mannerschnitten, die ich ihr mitgebracht hatte, in kleinen Stückchen gemümmelt. Ogino war nach Kyoto gekommen, um nach einer Knieoperation die Schrauben herausnehmen zu lassen. Ansonsten lebt er in Thailand. Während er in Kyoto im Krankenhaus war, machte Thailand die Grenzen dicht und ließ ihn nicht mehr zurückreisen. „Sho ga nai“, sagte er schicksalsergeben. Da kann man nichts machen.

Eine Woche ehe nun auch Abe in Japan erste Maßnahmen ergriff, war die Austragung der Olympischen Sommerspiele in Tokyo wegen der weltweiten COVID-19-Pandemie um ein Jahr verschoben worden. Seit klar ist, dass 2020 nicht das Jahr der Olympischen Spiele in Tokyo wird, werden täglich mehr Corona-Fälle veröffentlicht. Japan habe die tatsächlichen Zahlen der Corona-Erkrankungen verschleiert und Maßnahmen verzögert, um die Austragung der Olympischen Spiele nicht zu gefährden, meinen böse Zungen.

Die Universität meiner ehemaligen Studentin Yui hat bis September Online- Unterricht verordnet. Yui schickt mir eine Liste mit Vorschriften, an die sie sich halten muss. Alle Studierenden sind angehalten, nicht auszugehen und keine Reisen zu unternehmen, außer in unbedingt notwendigen und dringenden Fällen. Gehört unser Hiroshima- Projekt dazu? Aus der Sicht der japanischen Behörden wohl eher nicht. Mit Yui als einer meiner wichtigsten Protagonistinnen wollte ich einen Film zum 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima im August 2020 drehen. Es sollte eine Spurensuche mit der Enkelgeneration werden. Yuis Großvater war ein hibakusha, ein Überlebender der Atombombe. Sie hat seine Geschichte aufgearbeitet und niedergeschrieben und arbeitet nun an ihrer Dissertation über die Traumatisierung von Atombombenüberlebenden. Es wird ein Pionierwerk werden, denn darüber hat in Japan bislang noch niemand geforscht.

Meine Bekanntschaft mit Yui Aiba hat 2014 in Nagoya begonnen. Ich hatte an der Städtischen Universität Nagoya einen Lehrauftrag im Rahmen der vergleichenden Kulturwissenschaften. Als Thema meiner Vorlesung hatte ich zwei Werke des österreichischen Journalisten und Friedensaktivisten Robert Jungk gewählt, „Der Atomstaat“ und „Strahlen aus der Asche“, das erste Werk in deutscher Sprache über die Folgen der Atombombe in Hiroshima. Vor dem Hintergrund der atomaren Bombardierung Hiroshimas und der Nuklearkatastrophe von Fukushima erschienen mir Jungks kritische und pazifistische Annäherungen an das Nukleare für junge Menschen in Japan ausgesprochen gut geeignet. Doch ich hatte nicht mit dem großen Desinteresse und dem historischen Nicht-Wissen der Studierenden gerechnet. Ein erster Zwischentest fiel katastrophal aus. Um nicht 90 Prozent der Studierenden negativ beurteilen zu müssen, bot ich ihnen als Lösung an, zu ausgewählten Themen, die freilich zur Vorlesung passen müssten, einen Essay zu schreiben, damit sie sich ihre Note verbessern konnten. Bereits nach der nächsten Stunde kam ein Mädchen zu mir und gab eine Arbeit von mehreren Seiten ab. Sie habe das gleich in der Vorwoche geschrieben. Ich warf einen kurzen Blick auf den Titel und erhaschte die Worte: „Mein Großvater, 6. August 1945, Hiroshima …“ Das war meine erste Begegnung mit Yui. Ich nahm den Aufsatz mit nach Hause und las ihn beim Abendessen. Er rührte mich zu Tränen. Sie hatte ihren Großvater interviewt, der als 18-Jähriger eingezogen und von Nagoya nach Hiroshima beordert worden war. Der damals 88-jährige Großvater, erzählt Yui in ihrem Aufsatz, habe schon viele Male darüber reden wollen, dass er selbst ein hibakusha, also ein Überlebender der Atombombe ist, aber sie habe seine Geschichte einfach nicht hören wollen. Durch die Vorlesung über Robert Jungk und die Lektüre von „Strahlen aus der Asche“ sei sie motiviert worden, ihm zuzuhören, ihm Fragen zu stellen.

Was er zu erzählen hatte, war schrecklich: Der junge Mann musste nach dem Atombombenabwurf in Hiroshima die Leichen bergen helfen, über Details aber könne er bis heute nicht sprechen. Sie habe ihn auch gefragt, schreibt sie, ob er Hass auf die USA empfinde, und der Großvater habe geantwortet: „Nein, denn die USA hätten schließlich durch die Atombomben den Krieg beendet, den Japan sonst ewig weitergeführt hätte.“ Der Großvater, schreibt Yui, habe in ihrem ersten Gespräch auch – ganz im Sinne meiner Lehrveranstaltung und im Sinne Jungks – den Bogen zu Fukushima und zur Atomenergie gespannt und sei dafür eingetreten, Japan möge sofort aus der Atomenergie aussteigen und alle AKWs abschalten. Zu Semesterende kam es zu einer ersten Begegnung zwischen mir, dem Großvater und Yuis Mutter. Ich hatte gebeten, den Großvater für eine Radiosendung interviewen zu dürfen, und an einem Sonntagvormittag kam die ganze Familie in mein Büro an der Universität. Als ich auf ihr Klopfen die Türe öffnete, standen sie vor mir, strahlend, der Großvater mit einem kleinen Leiterwagen (!), auf dem er alle Materialien, Bücher, Zeitungsartikel, Bilder und Dokumente in großen Kisten mitbrachte, die er seit jenem 6. August 1945 gesammelt hatte …

Ihre Abschlussarbeit an der Universität schrieb Yui über die hibakusha in der Präfektur Aichi, wo sie lebt. Im Februar 2018 kam sie eigens nach Wien, um mir ihre Arbeit zu überreichen. Ihre Magisterarbeit über ihren Großvater erschien Anfang 2019 als Buch und wurde in Japan viel beachtet. Bei jeder Japanreise traf ich Yui, ihren Großvater, ihre Großmutter und ihre Mutter. Sie luden mich zum Essen ein und erwiesen mir ihre Dankbarkeit. Im Herbst 2019 war der Großvater bereits zu schwach für die geplanten Dreharbeiten mit seiner Enkelin in Hiroshima. Wir führten ein letztes Skype-Gespräch. Der Großvater lag im Bett. Wir winkten uns zu. Ich solle mich um Yui kümmern, gab er mir mit. In den Weihnachtsferien besuchte ich Yui und ihre Familie. Ich konnte nur mehr kondolieren. Auf dem Hausaltar standen Fotos von unseren Treffen und die letzte Notiz, die sich der Großvater nach dem Skypen im Oktober gemacht hatte: „Mit Frau Brandner gesprochen. Es war sehr erfreulich. Sie wird im Dezember auf Besuch kommen. Ich bemühe mich, bis dahin durchzuhalten.“ Wir haben uns knapp verpasst. Am 10. November starb er im Alter von 93 Jahren. Ich habe Yui und ihrem Großvater ein Kapitel in meinem Buch „Japan – Inselreich in Bewegung“ gewidmet, das im Herbst 2019 im Residenz Verlag erschienen ist. Yui und ich üben uns in social distancing und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.  

Von Judith Brandner
Kepler Salon Ausgabe 2/2020

Das positive Denken – das Positive denken

Dieser Text ist noch vor Ausbruch der Corona-Krise entstanden. Die Autorin hat darauf verzichtet, ihn für die Zeit der Quarantäne zu adaptieren, um Ihnen ein paar Minuten ohne Viren, Ausgangsbeschränkungen und Infektionsraten zu gönnen. Zudem ändert sich nichts an der Grundhaltung. Es hat sich nur die Dankbarkeit der Autorin gegenüber jenen, die uns das gute Leben ermöglichen, weiter vertieft.

Von Dominika Meindl
Kepler Salon Ausgabe 1/2020

Ich verstehe nur am Bahnhof!

Norbert Trawöger weigert sich, alles verstehen zu müssen, und hat mittlerweile begriffen, dass das Halten von Gleichgewicht nicht erklärbar ist.

Von Norbert Trawöger
Kepler Salon Ausgabe 1/2020

Mehr Philosophieren wagen!

Überlegungen zur „Zuvielisation“ und der Rolle der Bildung

Von Thomas Mohrs
Kepler Salon Ausgabe 4/2019

Glücksrand-bemerkungen

Norbert Trawöger bemerkt staunend am Rand, dass die Mitte nicht immer in der Mitte liegt und wahre Anarchie nicht heißt, andere auf den Kopf zu stellen, sondern sich selbst.

Von Norbert Trawöger
Kepler Salon Ausgabe 4/2019

Sozialkapital - die Kraft der Gemeinschaft
 

Menschen sind Beziehungswesen „von Natur aus“. Fragt man sie, was ihrem Leben Sinn verleiht, so stehen in allen Altersgruppen soziale Beziehungen an vorderster Stelle. Beziehungen sind ausschlaggebend dafür, wie es uns geht, ob wir glücklich und motiviert sind, oder ob wir uns schlecht, schwach, an den Rand gedrängt fühlen. Und das wiederum hat messbaren Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Man kann das durchaus auch „Glück“ nennen. Wir sprechen dann von den „3G“, denn Gemeinschaft ist mit Gesundheit und Glück eng verbunden.

„Das erste und wichtigste Gut, das wir aneinander zu vergeben und zu verteilen haben, ist Mitgliedschaft in einer menschlichen Gemeinschaft.“ Dieser Satz des Sozialphilosophen Michael Walzer bringt es auf den Punkt, denn Dazugehörigkeit ist ein tief verankertes menschliches Bedürfnis. Über Millionen Jahre hinweg waren soziale Verbundenheit und Kooperation eine Überlebensfrage. Das Gegenteil davon – soziale Ausgrenzung – wird deshalb als existenziell bedrohlich empfunden. Und das ist es tatsächlich: Wenn Menschen erleben, aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden und auf diese Weise einen sozialen Schock erleiden (Beispiel: Mobbing), kann das schwere Krankheitsreaktionen hervorrufen und sogar zum plötzlichen Herztod führen. Das Spektrum sozialer Beziehungen reicht also von Glück und Gesundheit des Einzelnen bis zu Einsamkeit und tiefem Leid. Auf gemeinschaftlicher Ebene bewirken soziale Beziehungen im besten Fall Engagement, Innovationskraft und Partizipation, oder – bei schwachem Sozialkapital – Anomie, Kriminalität und steigenden Kontrollaufwand.

Doch Beziehungen sind keine „Glückssache“. Jeder kann selbst viel dazu beitragen und sein Umfeld mitgestalten. Dazu hilft ein Einblick in die Methoden und Erkenntnisse der Sozialkapitalforschung.

Überall dort, wo Menschen zueinander in Beziehung treten, entsteht SOZIALKAPITAL – in der Familie, unter Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen, in der Nachbarschaft, in Vereinen. Sozialkapital ist der soziale Zusammenhalt innerhalb einer Gemeinschaft. Es sind die vertrauensvollen Beziehungen, die Menschen auf unterschiedlichen Ebenen miteinander haben.

Der Begriff „Sozialkapital“ entstand zu Beginn des vorigen Jahrhunderts und war lange Zeit nur in der Wissenschaft bekannt, bis er schließlich durch die gesellschaftlichen Veränderungen in den 1980er-Jahren auf „fruchtbaren“ Boden fiel und dadurch öffentlich wurde. Zu diesen Veränderungen zählten eine zunehmende Abkoppelung von gesellschaftlichen Institutionen, Wertewandel, erhöhte Mobilität und eine rasante Akzeleration vieler Lebensprozesse. Nun wurde deutlich, dass soziale Beziehungen eine wichtige Ressource sind: für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft als Ganzes. Dieser Wert – das „soziale Kapital“ – wurde in vollem Umfang erst erkannt, als man sein Schwinden und den Verlust spürte. Zu den Pionieren der neuen Forschungsrichtung gehörte der amerikanische Soziologe und Politikwissenschaftler Robert D. Putnam. Er konnte zeigen, dass die Leistungsfähigkeit von Regionen davon abhängig ist, wie stark die sozialen Bindungskräfte – Vertrauen, Werte, Normen der Menschen untereinander – ausgeprägt sind. Vereinfacht gesagt, kam er zu dem Schluss, dass die Regionen mit den meisten Gesangsvereinen das beste Sozialkapital haben. In unseren Sozialkapitalstudien in Österreich, Italien und Liechtenstein (n > 20.000) haben sich diese positiven Wirkungszusammenhänge zwischen dem Engagement der Menschen in Vereinen und Organisationen, deren Sozialkapital, Gesundheit und Lebenszufriedenheit sowie der Demokratiefähigkeit und Sicherheit einer Region bestätigt.

Sozialkapital wird auf drei Ebenen gemessen: auf der Mikroebene des engen vorbehaltlos vertrauten Familienund Freundeskreises; auf der Mesoebene der Netzwerke und größeren Gruppen von Menschen, die einem persönlich nicht ganz nahe stehen, die im Bedarfsfall jedoch Unterstützung und hilfreiche Beziehungen gewährleisten können (dazu zählen Nachbarschaften, Vereine, Schulen, Unternehmen sowie der gesamte erweiterte Bekanntenkreis); und auf der Makroebene der sozialen, kulturellen, politischen oder religiösen Wertegemeinschaften, zu denen Verbundenheit nicht in erster Linie durch persönliche Bekanntschaft, sondern durch das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer „geistigen Heimat“ und durch das Teilen höherer Ideale und Begeisterung besteht: Natur, Musik, Sport sind Aspekte, die heute für diese Ebene charakteristisch sind und für viele Menschen Bedeutung haben.

Im Idealfall haben Menschen auf allen drei Beziehungsebenen ausreichend Sozialkapital. Es reicht nicht, sich nur auf einen Bereich zu konzentrieren – beispielsweise auf einige wenige vertraute Menschen. Das ist ein heute weit verbreiteter Trend, den man „Cocooning“ nennt: die Tendenz, sich aus dem öffentlichen Leben in die Häuslichkeit der Privatsphäre zurückzuziehen. Allzu leicht kann dieses enge System brechen, und man steht ohne Netzwerk und Sinnkontext da.

In vielen Regionen sind die größeren geselligen Kreise (Mesoebene) deutlich schwächer ausgebildet als die Nahebeziehungen. Manchmal hat nicht einmal die Hälfte der Befragten mehr als zehn gute Bekannte. Nachbarschaften werden eher selten gepflegt. Vereine kämpfen mit schwindenden Mitgliederzahlen oder lösen sich ganz auf. Von schwachem Sozialkapital sind besonders alleinerziehende Mütter betroffen, Menschen aus anderen Kulturkreisen, Arbeitslose, Jugendliche aus desolaten Familienverhältnissen. Mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr der Vereinsamung. Etwa ein Drittel der älteren Menschen hat ein Defizit an Sozialkapital. Das ist ein echter Krankheitsfaktor und wirkt sich auch auf das Vertrauen gegenüber der Gesellschaft aus – auf die Einschätzung der Umgebung, auf Angst vor Gewalt und Kriminalität und auf die Einschätzung der Politik. Vereinsamung, Bindungs- und Orientierungslosigkeit können bei Menschen, die Halt und Sicherheit suchen, leicht von Ver-„Führern“ missbraucht werden – für Krieg und Terror, Machtgewinn und Ausbeutung. Oder einfach fürs Geschäft.

Wir können diesen negativen Entwicklungen entgegenwirken. Jede einfühlende Zuwendung zu Einzelnen oder zu einer Gruppe stärkt Sozialkapital – und damit Gesundheit und Glück. Es kann die Einladung zu einer Tasse Tee mit einer Nachbarin sein, ein Spaziergang mit einer alten Frau, das bewusste Wahrnehmen der Jahreszeiten, Spielen mit einem Kind, Singen in einem Chor. Musik intensiviert die psychologische Resonanz der Menschen untereinander. Musik berührt, bewegt und verbindet. Bei jungen Menschen steht sie auf der Makroebene sogar an erster Stelle. Auch ehrenamtliche Tätigkeit stärkt den sozialen Zusammenhalt, fördert Vertrauen und ist sinnstiftend. Menschen, die sich engagieren, identifizieren sich stärker mit der Region, in der sie leben. Darauf beruhen auch die zahlreichen neuen Bewegungen, die sich in den Städten entwickelt haben, wie beispielsweise „tauschen statt kaufen“, Nachbarschaftsnetzwerke oder urbaner Gartenbau.

Die natürliche Sehnsucht nach Nähe, Verbundenheit und Gemeinschaft gibt uns die Kraft, der Vereinzelung und Vereinsamung entgegenzuwirken. Jeder hat die Möglichkeit, sein Sozialkapital durch die „Investition“ von Zeit und Aufmerksamkeit in „Beziehungsarbeit“ zu vergrößern. Das hilft persönlich und wirkt gemeinschaftlich. Weitere Ideen zur Stärkung von Sozialkapital auf den drei Ebenen findet man auf der Seite http://www.sozial-kapital.at/was-sie-selbst-tunkoennen.html

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Von Angelika Hagen
Kepler Salon Ausgabe 3/2019

Unwissenheit schützt nicht vor Kultur

Wir brauchen sie. Wir haben sie um und in uns, ob wir wollen oder nicht. Doch macht es einen gehörigen Unterschied, ob wir uns der Kultur, unserer Kulturen bewusst sind. NORBERT TRAWÖGER begibt sich auf ihre Spuren.

Von Norbert Trawöger
Kepler Salon Ausgabe 3/2019

Von Hilfe und Sekunden

Als Exilmusikforscherin bin ich mit Fluchtbiographien der Vergangenheit vertraut und kenne die persönlichsten Dokumente von Menschen, die dem Naziterror entkamen. Es erschlossen sich mir deren Empfindungen im erzwungenen Verlassen der Heimat, im Verlust von Familie und Freunden, im brüchigen Zustand auf den Exilwegen und im oft sinnentleerten Verharren in den Zufluchtsländern. Meist sind dies Briefe – und diese sprechen Bände. Unweigerlich zog ich in den letzten Jahren Vergleiche von der damaligen Situation weiträumiger Fluchtbewegungen zur aktuellen. Beschreibungen von Asylsuchenden in Österreich, die ich in den vergangenen Jahren kennenlernen durfte, decken sich mit den Stimmen der Vergangenheit; und auch zur heutigen Situation regt sich in mir der Wunsch, ähnlich der Arbeit als Forscherin an den Exilbiographien des 20. Jahrhunderts, Eindrücke und Erlebnisse aufzufangen und zu bewahren.

So hörte ich seit 2015 von Krieg in den Herkunftsländern, von Morden an Familienmitgliedern, von Lebensbedrohung und Menschenrechtsverletzung. Und ich hörte vom tagelangen sich Dahinschleppen in bergigen Gebieten „grüner Grenzen“, vom zusammengepferchten Verharren in den Bäuchen großer Lastwägen, von der Angst vor tödlichen Schüssen an Kontrollposten und von der Gefahr des Ertrinkens in den Wogen vor der „Festung Europa“ – ein Begriff, den ich äußerst widerlich finde, weil er Nazi-Diktion ist und auch für eine Abschottungspolitik steht, die mittelalterlich anmutet. Natürlich: Nur mit der „Hilfe“ von Schleppern konnten die ihres Lebens nicht Sicheren in Sicherheit gelangen. Wie sonst sollte man über die „grünen Grenzen“ finden? Wie die Berge überqueren im Niemandsland kriegerischer Staaten? Dass die Schlepperbanden verwerflich kriminell agieren, ist das eine, dass sie Menschen – wenngleich gegen Geld – aus der Hölle holen, das andere.

Und stimmt, das Betreten der Zufluchtsländer Europas ohne gültige Papiere, das ist dann das nächste. Wie wunderbar, hätte man all diese Wege anders gehen können: Mit dem Flugticket und Einreisepapieren in der Tasche. Aber so war das eben nicht; wo hätten die Menschen, die aus Notsituationen kamen, dies auch hernehmen sollen?

Umso mehr konnte ich das in Österreich viel strapazierte Schlagwort der „illegalen Migration“ nicht mehr hören, weil ich es unfair finde, die Geflüchteten einem offensichtlichen Populismus zuliebe in die Kriminalität zu schieben. Und außerdem will ich mich nicht an Bilder gewöhnen. Ja, diesen Schlepperbanden sollte das Handwerk gelegt werden und es sollten Wege gefunden werden, die Flüchtenden unter Schutz in Sicherheit zu bringen. Das ist das Bestreben einer guten Politik – aber in der vollen Umsetzung leider auch wieder utopisch. Die Schlepper schlagen auf verwerfliche Weise aus der Not vieler Menschen Profit, und dennoch denke ich immer wieder: Ohne sie wären viele mir in Österreich lieb gewordene Menschen vielleicht am Fluchtweg umgekommen. Eine Diskrepanz. Und daher danke ich allen Menschenhänden und Hilfsorganisationen, die sich um flüchtende Menschen bemühen und die auch dafür eintreten, Asylsuchenden in den Zielländern Schutz und Unterstützung zu geben. Damals wie heute.

Mir fällt der US-amerikanische Journalist Varian Fry ein, der während der Nazizeit als Mitglied des Emergency Rescue Committee Flüchtende ohne gültige Dokumente über die Pyrenäen nach Spanien lotste. Unter seiner Hilfe gingen etwa Alma Mahler-Werfel und Franz Werfel, Heinrich und Nelly Mann und Golo Mann diese Route. Die Hilfe für Flüchtende vor dem Naziregime war international, regional und lokal organisiert. Die Realisierung der entsprechenden Konventionen der Genfer Flüchtlingskonferenzen von 1936 und 1938 zu einer international gültigen Lösung der Problematik scheiterte an der Immigrationspolitik der Mitgliedsländer des Völkerbundes. Die Einstellung der Hilfsorganisationen gegenüber den Asylländern reichte von der Befürwortung oder Anerkennung deren Asylpolitik bis hin zur Ablehnung legaler Mittel und der Arbeit in der Illegalität. Man könnte viele Organisationen nennen: Ich greife das American Jewish Joint Distribution Committee heraus, die Youth Aliyah zur Organisation der Rettung von Kindern und Jugendlichen, das Emergency Committee in Aid of Displaced German/Foreign Scholars als einen auf bestimmte Personengruppen bezogenen Verband oder das Caritas- Notwerk zur Hilfe für katholische „Nicht-Arier“.

Es ist heikel, Phänomene zu vergleichen, die einander nur in den Grundzügen entsprechen. Was die Fluchtbewegungen der 1930er und 1940er von der aktuellen Situation unterscheidet, ist das heutige globale Phänomen, bei dem viele Aggressoren und Umstände zusammenwirken im Gegensatz zum Wüten von „nur einer“ Diktatur mit dem Ziel, die jüdische Bevölkerung und „missliebige Personen“ auszurotten. Man hatte es mit einem gemeinsamen Gegner zu tun, verschiedenste Interessensgruppen halfen den Opfern in Verbundenheit über die religiöse oder kulturelle Identität, über die Weltanschauung oder Politik oder schlichtweg aus humanitärer Haltung heraus.

Die Solidarität mit den Flüchtenden von heute hat es da schwerer, denn die aktuell Asylsuchenden gehören nicht „unserem“ Kulturkreis an. Dies macht es dem Rechtspopulismus im Zurechtargumentieren von Aussperren und Integrationsverweigerung ja auch so leicht. So lande ich in Österreich und bei den unter der letzten Regierung gesetzten Maßnahmen: beim geänderten Sozialhilfegrundsatzgesetz, bei längeren Wartezeiten auf die Staatsbürgerschaft, bei AMS-Kürzungen und bei erschwerten Familienzusammenführungen. Die Asylanträge in Österreich machen jetzt einen Bruchteil von 2015 aus und es gilt als wirklich positiv festzuhalten, dass viele Menschen hier Schutz fanden. Und wieder danke ich im Geiste den professionell agierenden Organisationen, die auf verschiedene Weise den Menschen beistehen: Ärzte ohne Grenzen, Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz oder Volkshilfe. Umso mehr ärgere ich mich über das von der FPÖ geschürte und die Caritas diffamierende Schlagwort von „Asylindustrie“. Die Arbeit der Caritas schätze ich sehr, durch Caritas-Freiwilligendienste am Linzer Bahnhof im Herbst 2015 fühle ich mich ihr verbunden.

Das Phänomen „Flucht“ ist das Thema unserer Zeit: Laut Angaben des UNHCR (Juni 2019) sind weltweit 70,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Ein Rekordhoch, das doppelt so viele Personen betrifft wie vor 20 Jahren. Im Großen gesehen ist es nicht das Problem von Europa oder der USA, die Zeltstädte in den Herkunftsländern oder in deren Nachbarländern sprechen ihre eigene Sprache und lassen sehen, was dort los ist. Ich bin froh um jede Strategie, politische Lösungen im Großen zu treffen, Hilfe vor Ort zu leisten und die Menschen auch „legal“ aus den Krisenländern zu bringen. Und ich kann der nicht müde werdenden Seenotrettung nicht genug danken, wenn sie beharrlich Menschen aus den Booten vor den Toren Europas holt und zum Anlanden bringt. Dass Rettung von Menschenleben in Europa einmal als kriminell bezeichnet werden würde, hätte ich nie gedacht.

Ich weiß, ich selber bin im sicheren Hafen meines Schreibtisches und muss auch nicht entscheiden, welche Strategien die richtigen Alternativen wären. Aber welch Verfall und welch nicht zu fassender Verlust menschlicher Werte, wenn man beginnt, nur eine Sekunde lang darüber nachzudenken, ein Leben vor dem Tod zu bewahren! Diese Sekunden sind zum Dauerzustand geworden. Und daher sind mir diese Zeilen wichtig.  

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Von Karin Wagner
Kepler Salon Ausgabe 2/2019

Im Zweifel für das Unbekannte!

NORBERT TRAWÖGER macht sich Gedanken übers Wissenwollen und die Bedeutung von Spielräumen. Dabei denkt er nicht zufällig an den eben verstorbenen großen oberösterreichischen Musikermenschen Balduin Sulzer.

Von Norbert Trawöger
Kepler Salon Ausgabe 2/2019

Mehr Maßarbeit, bitte

Tatsächlich denke ich oft an Hermann Hinterberger. Er war Schneidermeister in Linz.

Von Andreas Kump