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Digitale Transformation und Plattformökonomie

Die Digitalisierung verändert die Arten und Formen, in denen gearbeitet wird, grundlegend. Internet-Plattformen, die Crowdsourcing bzw. Dienstleistungen der sogenannten Sharing-Economy anbieten, gewinnen rasant an Bedeutung und gelten manchen bereits als eine neue Elite der digitalen Ökonomie. Wir verstehen crowd-basierte Plattform-Organisationen als neue Organisationform, die Massen mobilisiert, um sie in betriebliche Wertschöpfungsketten zu integrieren, wobei eine breite Palette von Leistungen angeboten wird: von einfachen Routinearbeiten (z.B.: Mechanical Turk, Clickworker), über handwerklich solide Kreativarbeit (z.B.: 99designs, Upwork) bis zu hoch komplexen innovativen Lösungen (z.B.: Innocentive, Jovoto) und Dienstleistungen, die auf der kommerziellen Nutzung „privater Investitionsgüter“ beruhen (z.B.: Uber, Airbnb). Diese Zunahme einer typischerweise "freien", also nicht durch einen Arbeitsvertrag gesicherten Arbeit impliziert eine zunehmende Flexibilisierung und Entgrenzung von Arbeit, außerhalb der Grenzen von betrieblicher Organisation. Dies führt zu ganz grundlegenden organisationstheoretischen Fragestellungen zurück:

Welche crowd-basierten Organisationsformen und Geschäftsmodelle gibt es?
Auf welchen Mechanismen und Grundprinzipien beruht die Leistungs­fähigkeit der Plattformen?
Wie funktioniert die Wertschöpfungskette die Auftraggeber, Plattform und Crowd verbindet?
Welche gesellschaftlichen Wirkungen und Nebenwirkungen gehen von Crowdsourcing- und Sharing-Economy-Plattformen aus (z.B. auf Arbeitsmärkte, Globalisierung, sich verändernde Rollen von Konsument_innen und Produzent_innen etc.)?
Welcher regulativen Maßnahmen und Vorkehrungen bedarf es, damit die crowd-basierten Plattformen breiten gesellschaftlichen Nutzen stiften?                                                                                                     Was sind die Konsequenzen des "Plattform-Kapitalismus" für MitarbeiterInnen wie Führungskräfte ebenso wie für die Mitbestimmung und Regulierung von Arbeit?

Publikationen:

Kirchner, S./Schüßler, E. (2019): The organization of digital marketplaces: Unmasking the role of internet platforms in the sharing economy. In: Ahrne, G./Brunsson, N. (Hg.) Organization Unbound. Cambridge, Cambridge University Press.

Gegenhuber T., Greenwood R. and Hinings B. (2018): Digital innovation and Transformation: An institutional perspecitve. In: Information & Organisation, Vol. 28, Nr. 1, Seiten: 52-61

Schmidthuber, L., Hilgers D., Gegenhuber T. and Etzelstorfer S. (2017). The Emergence of Local Open Government: Determinants of Citizen Participation in Online Service Reporting. In: Government Information Quarterly, Vol. 34, Nr. 3, Seiten: 457-469

Gegenhuber T., and Dobusch L. (2017). Making an Impression through Openness: How Open Strategy-Making Practices Change in the Evolution of New Ventures.In: Long Range Planning, Vol. 50, Nr. 3, Seiten: 337-354

Bauer, R.M. and Gegenhuber T. (2017). Crowdsourcing: Intermediäre und die Rationalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. In: Leistung und Gerechtigkeit. Aulenbacher et al. (Eds.). Beltz Juventa.

Hartl B., Hofmann, E., & Kirchler, E. (2016). Do we need rules for 'what's mine is yours'? Governance in collaborative consumption communities. In: Journal of Business Research, Vol. 69, Nr. 8, Seiten: 2756-2763

Bauer R.M., and Gegenhuber T. (2015). Crowdsourcing: Global Search and the Twisted Roles of Consumers and Producers. In: Organization, Vol. 22, Nr. 5, Seiten: 629-643

Mangematin, V./Sapsed, J./Schüßler, E. (2014): Disassembly and reassembly: An introduction to the Special Issue on digital technology and creative industries. Technological Forecasting and Social Change, Vol. 83, Seiten: 1-9

Gegenhuber T. (2013). Crowdsourcing: Aggregation and Selection Mechanisms and the Impact of Peer Contributions on Contests. Trauner Verlag.


  Crowdworker-Partizipation auf Crowdsourcing-Plattformen
 

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