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Forschung im Fachbereich Bildungsforschung

Die Forschung der Abteilung für Bildungsforschung findet in folgenden Feldern statt:

Der Arbeitsbereich Educational Governance, Schulforschung & Schulentwicklung

  • befasst sich in der Forschung mit der Evaluation der Wirkungen neuer Steuerungsinstrumente im Schulsystem, mit den Bedingungen und Implementationsprozessen der Schul- und Schulsystementwicklung und mit (auch international vergleichenden) Governanceanalysen zum österreichischen Schulsystem.
  • Methodisch werden mixed method-, quantitative und qualitative Verfahren verwendet.
  • Die Praxisorientierung zeigt sich in verschiedenen Veranstaltungen zur Dissemination von Forschungsergebnissen in Veranstaltungen mit einschlägigen stakeholdern, in der direkten Rückmeldung von Forschungsergebnissen an Einzelschulen, in regelmäßigen Kontakten zu Medien und in der engen Kooperation mit der PH Oberösterreich.
  • In der Lehre ist der Arbeitsbereich regelmäßig an nahezu allen erziehungswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen beteiligt.

Der Arbeitsbereich Unterrichtsentwicklung, Lehr- & Lernforschung & Lehrer/innenbildung

  • befasst sich in der Forschung mit (a) der Kompetenzmodellierung und -messung von kaufmännischen Kompetenzen von SchülerInnen berufsbildender mittlerer und höherer Schulen sowie der Erfassung des Professionswissens von Lehrkräften und Studierenden (v.a. in der Domäne Rechnungswesen); (b) der Analyse der fachlichen und überfachlichen (insbesondere motivationalen und sozialen) Kompetenzentwicklung von BMHS-SchülerInnen; (c) den Effekten von Kontextbedingungen (z.B. Lehrerwissen, Klassenklima, Heterogenität oder Leistungsniveau einer Klasse) auf das schulische Lernen.
  • Methodisch werden aktuelle, insbesondere quantitative Analyseverfahren (z.B. Mehrebenenstrukturgleichungsmodelle zur Erfassung von Kontexteffekten oder Soziale Netzwerkanalysen zur Erfassung von Schülerbeziehungen) herangezogen. Aber auch qualitative Verfahren (z.B. Thinking Aloud-Studien zur Erforschung von Denkprozessen beim Lösen von Schulbuchaufgaben) werden eingesetzt.
  • Praxisorientierung besteht in Rückmeldungen von Forschungsergebnissen an Schulen (z.B. COOL-LandesARGE bzw. HTL:impuls), an Ministerien (z.B. Evaluation der Handelsschule NEU) sowie auf praktikerorientierten Kongressen (z.B. WiPäd-Kongress).
  • In der Lehre fließt dieser Arbeitsbereich in die Übungen „Einführung in die Didaktik“ sowie „Pädagogik“ sowie die Vorlesung „Person-Schule-Gesellschaft“ ein.

Der Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie

ist in zwei Schwerpunkte untergliedert:

  • Die Entwicklungspsychologie fließt in die Lehre durch eine Übung zur Einführung in die Entwicklungspsychologie ein. Die Forschung bezieht sich auf (a) Entwicklungsprozesse als Bedingungen für späteren Schul(miss)erfolg, (b) Effekte von Schulautonomie auf die Entwicklung von Schüler/innen(-leistungen) und (c) differenzielle Entwicklungsprozesse, insbesondere bezogen auf pädagogisch-organisationale Leitungspositionen (Schulleitungsforschung). Methodisch werden vorwiegend quantitativ orientierte und experimentelle Verfahren genutzt, ferner die qualitative Diskursanalyse.
  • Die Pädagogische Psychologie fließt in die Lehre in Form von Übungen zur Pädagogischen Psychologie ein, die sich mit dem Thema „Lernen“ aus psychologischer Sicht auseinandersetzen. Die Forschung bezieht sich hier auf die Veränderungen schulischen Lernens, die durch die Implementation und die Wirkungen von Bildungsstandards und Kompetenzorientierung bewirkt werden. Methodisch werden mixed method-Verfahren bevorzugt.

Der Arbeitsbereich Schule & Gesellschaft

  • befasst sich in der Forschung mit Wechselwirkungen zwischen Bildungssystemen und gesellschaftlichen Systemen (wie insbesondere Wirtschaft und Politik), speziell mit gesellschaftlichen Ursachen und Wirkungen von (a) Bildungsungleichheit; (b) Bildungsreformen (wie Bologna-Prozess, PISA und Neue Steuerungsinstrumente); (c) kollektiven Lern-, Strukturations- und Machtbildungsprozessen; und (d) verschiedenen Formen der Bildungs-Governance.
  • Wissenschaftstheoretisch und methodisch werden (gesellschafts-)kritische Ansätze bevorzugt; ansonsten liegt der Schwerpunkt auf qualitativ-empirischen Methoden und Ansätzen, speziell Verfahren qualitativer Datenanalyse, mechanismen-basierten Erklärungen und Theoriebildung.
  • Praxisorientierung besteht in Rückmeldungen von Forschungsergebnissen, Beratung und Workshops für Akteure aus Schulen, Jugendeinrichtungen etc.
  • In der Lehre vertritt der Arbeitsbereich Schwerpunktseminare, die Übungen „Demokratie Lehren und Lernen“ und „Bildungssystem und Gesellschaft“ sowie „Qualitative Methoden“, außerdem die Einführung in die Didaktik für Erwachsenenbildung.

Der Arbeitsbereich Bildung & Migration

  • befasst sich in der Forschung mit dem Themenfeld der Migration und Mehrsprachigkeit im österreichischen Bildungssystem (schwerpunktmäßig in den Bereichen der Primar- und Sekundarstufe sowie Elementarpädagogik), in der Lehrerbildung und hinsichtlich struktureller Themen wie Diskriminierung, Segregation, Selektion und Bildungsungleichheit. Forschungsfragen werden vor dem Hintergrund international vergleichender Analysen beantwortet. Basis ist ein interdisziplinäres Verständnis, das neben bildungswissenschaftlichen Grundlagen die Soziologie, Kulturanthropologie und Politikwissenschaft als Bezugswissenschaften verwendet.
  • Methodisch werden mixed methods verwendet, je nach Fragestellung quantitative und qualitative empirische Methoden, idealerweise verschränkt, ebenso wie hermeneutische Vorgangsweisen. Wissenschaftstheoretisch wird von einem gesellschaftskritischen Ansatz ausgegangen, der Macht- und Ordnungsprozesse in einem intersektionalen Verständnis thematisiert.
  • Praxisorientierung besteht in der Rückmeldung an bildungspolitische Akteure, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte/PädagogInnen und LeiterInnen von Schulen und elementarpädagogischen Einrichtungen.
  • In der Lehre ist der Arbeitsbereich in unterschiedlichen Formaten vertreten, wie etwa einer Übung zu „Migration, Sprachen, Religionen in bildungswissenschaftlichen Kontexten“, einem Schwerpunktseminar zu „Migration im Vergleich von Bildungssystemen“ oder einer Ringvorlesung zu „Lernen und Entwicklung im Kontext von Diversität und Intersektionalität“.

Aktuelle Forschungsprojekte

Kompetenzentwicklung und Studienerleben in der Ausbildung von Lehrpersonen. Längsschnittstudie zur Entwicklung berufsbezogener Merkmale in den neuen Lehramtsstudien.

Christopher Weber und Herbert Altrichter

Kooperationsprojekt: Pädagogische Hochschule Oberösterreich; Linz School of Education, Johannes Kepler Universität Linz; Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz; Kunstuniversität Linz

Ziele

Evaluation und theoriegeleitete Bildungsforschung: Bei der Neueinführung eines neuen Studienprogramms macht es Sinn, wesentliche Akzeptanz- und Erfolgsindikatoren begleitend zu beobachten. Begleitende Evaluationen werden aber oft zu kurzfristig konzipiert und in ihrem Potential unterschätzt; richtig konzipiert, bieten sie gleichzeitig auch die Chance, relevante Fragestellungen der (Lehrer-)Bildungsforschung zu untersuchen. Hier wird vorgeschlagen, neben kurzfristigeren Rückmeldungen zur Akzeptanz und zum Erleben der neuen Lehrerbildung durch die Studierenden auch Fragestellungen zur Kompetenzentwicklung zu verfolgen.

Vorgangsweise

Aus Gründen theorieorientierter Forschungskonzeption, aber auch übernationaler Vergleichbarkeit stützt sich die Studie auf das Lehrerkompetenzmodell von Baumert und Kunter (2006) , das vier Dimensionen berufsbezogenen Merkmalen unterschieden: (1) Professionelles Wissen, (2) Werthaltungen und Überzeugungen, (3) Motivationale Orientierungen und (4) überfachliche Kompetenzen. Zur forschungspraktischen Umsetzung dieses Modells können auch einzelne Instrumente aus der PaLea-Studie (vgl. Bauer et al., 2010), die an 13 deutschen Universitäten und einigen Schweizer Pädagogischen Hochschulen läuft, verwendet werden , die um weitere Instrumente aus anderen Studien (z.B. Skalen aus der TEDS-M-Studie zum pädagogischen Unterrichtswissens; vgl. König & Blömeke, 2010) sowie um spezielle Forschungsthemen aus dem Cluster Mitte ergänzt werden (z.B. überfachliche Kompetenzen, Einstellungen und Kompetenzen zur Inklusion und zur Begabungsförderung, Entwicklung steuerungsbezogener Einstellungen).

Die Entwicklung der Kompetenzen soll dem Studienerleben, dem Erleben von Lernprozessen und Lernbedingungen durch die Studierenden, gegenübergestellt werden. Dabei werden sowohl neu Instrumente entwickelt (z.B. zum Forschenden Lernen; vgl. Reitinger, 2016) als auch Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Untersuchungen (z.B. zur Studierenden Sozialerhebung; vgl. Zaussinger et al., 2016) gesucht. Bei der Konzipierung und Organisation der Studie wird auf Vorerfahrungen zur Begleitforschung zur neuen Primarlehrerbildung aus der PH OÖ zurückgegriffen.

Designmerkmale

  • Längsschnitt mit jährlichen Erhebungen
  • Mehrere Wellen (unterschiedliche Jahrgänge)
  • Ev. Vergleichserhebungen unter Studierenden der beiden alten Modelle der Sekundarlehrerausbildung (in deren zweiten und folgenden Studienjahren; würde zeitversetzten Vergleich erlauben)

Fragestellungen

  • Längsschnittanalysen: Wie entwickeln sich die Zielvariablen (professionelle Kompetenz- und Einstellungselemente) im Studienverlauf?
  • Bestehen individuelle Entwicklungsunterschiede?
  • Wie können etwaige Entwicklungsunterschiede erklärt werden?
  • Gruppenvergleiche, z.B. Unterscheiden sich Studierende des alten und neuen Curriculums hinsichtlich der Zielvariablen in äquivalenten Studienjahren?

Literatur

  • Bauer, J., Drechsel, B., Retelsdorf, J., Sporer, T., Rösler, L., Prenzel, M., & Möller, J. (2010). Panel zum Lehramtsstudium-PaLea: Entwicklungsverläufe zukünftiger Lehrkräfte im Kontext der Reform der Lehrerbildung. Beiträge zur Hochschulforschung, 32(2), 34-55.
  • Baumert, J., & Kunter, M. (2006). Stichwort: Professionelle Kompetenz von Lehrkräften. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 9(4), 469-520.
  • Forlin, C., Earle, C., Loreman, T., & Sharma, U. (2011). The sentiments, attitudes, and concerns about inclusive education revised (SACIE-R) scale for measuring pre-service teachers’ perceptions about inclusion. Exceptionality Education International, 21(3), 50-65.
  • Kauper, T., Retelsdorf, J., Bauer, J., Rösler, L., Möller, J., Prenzel, M. & Drechsel, M. (2012). PaLea – Panel zum Lehramtsstudium. Skalendokumentation und Häufigkeitsauszählungen des BMBF 1. Welle; Herbst 2009. Download unter www.palea.unikiel.de/wpcontent/uploads/2012/04/PaLea%20Skalendokumentation%201_%20Welle.pdf
  • König, J., & Blömeke, S. (2010). Pädagogisches Unterrichtswissen (PUW): Dokumentation der Kurzfassung des TEDS-M Testinstruments zur Kompetenzmessung in der ersten Phase der Lehrerausbildung.
  • König, J. & Rothland, M. (2013). Pädagogisches Wissen und berufsspezifische Motivation am Anfang der Lehrerausbildung. Zum Verhältnis von kognitiven und nicht-kognitiven Eingangsmerkmalen von Lehramtsstudierenden. Zeitschrift für Pädagogik, 59(1), 43-65.
  • OECD (2010). TALIS 2008 technical report. OECD Publishing.
  • Reitinger, J. (2016). On the Nature and Empirical Accessibility of Inquiry Learning: The Criteria of Inquiry Learning Inventory (CILI). In J. Reitinger, C. Haberfellner, E. Brewster, & M. Kramer (Eds.), Theory of Inquiry Learning Arrangements. Research, Reflection, and Implementation (pp. 39–59). Kassel, Germany: University Press.
  • Schmitz, G. S., & Schwarzer, R. (2000). Selbstwirksamkeitserwartung von Lehrern: Längsschnittbefunde mit einem neuen Instrument. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 14, 12-25.
  • Sharma, U., Loreman, T., & Forlin, C. (2012). Measuring teacher efficacy to implement inclusive practices. Journal of Research in Special Educational Needs, 12(1), 12-21.
  • Zaussinger, S. et al. (2016). Studierenden-Sozialerhebung 2015. Bericht zur sozialen Lage der Studierenden. Band 1: Hochschulzugang und StudienanfängerInnen. Verfügbar unter http://irihs.ihs.ac.at/3978/1/IHSPR6861196_I.pdf

 

Erasmus+ Projekt ACRAS Aiding Culturally Responsive Assessment in Schools

Projektpartner:

  • Dublin City University (Lead; IRL)
  • Johannes Kepler Universität Linz (AT)
  • University of Oslo (NO)
  • Cankiri Karatekin University (TR)

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Impact of School Inspection on Teaching and Learning

Weitere Informationen (zur Homepage)

 

Publikationen:

1) Konzeptuelles Modell der Schulinspektion, Vergleich der verschiedenen europäischen Systeme:

Altrichter, H. & Kemethofer, D. (2016). Stichwort: Schulinspektion. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 19(3), 487–508. DOI: 10.1007/s11618-016-0688-0

Ehren, M.C.M., Altrichter, H., McNamara, G. & O’Hara, J. (2013). Impact of school inspections on teaching and learning – describing assumptions on causal mechanisms in six European countries. Educational Assessment, Evaluation and Accountability 25(1), 3-43. DOI 10.1007/s11092-012-9156-4   ISSN 1874-8597

Deutsche Zusammenfassung in:

Altrichter, H., Ehren, M.C.M., McNamara, G. & O’Hara, J. (2014). Wie will Schulinspektion wirken? Analyse von Annahmen über Wirkungsmechanismen von Schulinspektion in sechs europäischen Ländern. In M. Pfeifer (Hrsg.), Schulqualität und Schulentwicklung (S. 184-207). Münster: Waxmann. ISBN 978-3-8309-3146-1

2) Ansätze zur Prüfung des Wirkungsmodells:

Altrichter, H. & Kemethofer, D. (2015). Does Accountability Pressure through School Inspections Promote School Improvement? School Effectiveness and School Improvement 26(1), 32-56. DOI:10.1080/09243453.2014.927369 [Wiederabdruck als: Altrichter, H. & Kemethofer, D. (2017). Does Accountability Pressure through School Inspections Promote School Improvement? In K. Maag Merki, M. Emmerich & M. Holmeier (eds.), Educational Effectiveness Theory. Further Developments in a multilevel context (S. 29-53). London & New York: Routledge].

Ehren, M.C.M., Gustafsson, J.-E., Altrichter, H., Skedsmo, G., Kemethofer, D. & Huber, S.G. (2015). Comparing effects and side effects of different school inspection systems across Europe. Comparative Education (51)3, 375-400. DOI:10.1080/03050068.2015.1045769

Gustafsson, J.-E., Ehren, M.C.M., Conyngham, G., McNamara, G., Altrichter, H. & O’Hara, J. (2015). From Inspection to Quality: Ways in Which School Inspection Influences Change in Schools. Studies in Educational Evaluation 47, 47-57. doi:10.1016/j.stueduc.2015.07.002

Kemethofer, D., Gustafsson, J.-E., & Altrichter, H. (2017). Comparing effects of school inspections in Sweden and Austria. Educational Assessment, Evaluation and Accountability 29 (4), 319–337. DOI 10.1007/s11092-017-9265-1

Deutsche Zusammenfassung in:

Altrichter, H., Kemethofer, D. Ehren, M.C.M., Gustafsson, J.-E., Skedsmo, G., Stephan G. Huber, Conyngham, G., McNamara, G., & O’Hara, J. (2015). Wirkungen und Nebenwirkungen europäischer Inspektionssysteme. Erscheint 2016 in Brüsemeister et al. [Arbeitsgruppe Schulinspektion: Oliver Böhm-Kasper/Thomas Brüsemeister/Fabian Dietrich/Lisa Gromala/Martin Heinrich/Maike Lambrecht/Bianca Preuß/Matthias Rürup/Odette Selders/Jochen Wissinger] (Hrsg.), Schulinspektion als Steuerungsimpuls? Ergebnisse aus Forschungsprojekten. Wiesbaden: Springer VS.

3) weitere Arbeiten zur Schulinspektion (Österreich, Schweiz etc.)

Altrichter, H. (2017). The Short Flourishing of an Inspection System. In J. Baxter (ed.), School Inspectors: Policy Implementers, Policy Shapers in National Policy Contexts (pp. 206-230). Cham: Springer.

Altrichter, H. (2017). Von der Schulinspektion zum systemischen Qualitätsmanagement: Eine veränderte Strategie der Qualitätssicherung im österreichischen Schulsystem. Zeitschrift für Bildungsverwaltung, 33(2), 27-41. 

Altrichter, H. & Kemethofer, D. (2015). So wird SQA von steirischen Schulleitungen eingeschätzt. Schule Steiermark, 270, 6-8.

Altrichter, H., Kemethofer, D. & Schmidinger, E. (2013). Neue Schulinspektion und Qualitätsmanagement im Schulsystem. Erziehung und Unterricht 163(9-10), 961-978. ISSN 0014-0325

Kemethofer, D. & Altrichter, H. (2014). Fördert Vertrauen Schulentwicklung im Kontext von Schulinspektionen? Empirische Pädagogik 28, 4, 338-359.

Kemethofer, D., Skedsmo, G., Altrichter, H. & Huber, S.G. (2015). Steuerung durch Erwartungen? Gelingt es, Schulentwicklung durch Schulinspektion zu steuern und zu fördern? Schulverwaltung spezial 17(1), 26-28.

Kemethofer, D. & Altrichter, H. (2015). Schulqualität Allgemeinbildung (SQA) in der Einschätzung von Schulleitungen allgemein¬bildender Pflichtschulen. Erziehung und Unterricht 165, 7-8, 675-690.

4) Arbeiten zu steuerungsbezogenen Schulleitungseinstellungen

Altrichter, H., Kemethofer, D. & Leitgöb, H. (2012). Ansätze der Systemsteuerung in der Einschätzung von Schulleiterinnen und Schulleitern. Empirische Pädagogik 26 (1), 12 – 32.

Altrichter, H. & Kemethofer, D. (2015). Neue Ansätze der Steuerung des Schulsystems und die Einstellung von Schulleitungen. Bildung und Erziehung 68, 3, 291-310.

Altrichter, H., George, A.C. & Kemethofer, D. (2015). School leaders and accountability policies. Invited paper presented at the Conference “Accountability and Governance in Education and Elsewhere“, Session 5 “School Managers and Intermediary Actors in Accountability Policies in Education”, organised by the Observatoire Sociologique du Changement at Sciences Po, Paris, May 12-13, 2015

Schulentwicklung durch Bildungsstandards?

Zu welchen Veränderungen der innerschulischen und der zwischenschulischen Koordination führt diese bildungspolitische Innovation?

Projektleitung

Dr.in Katharina Soukup-Altrichter, PH OÖ, Dr.in Regina Steiner, PH OÖ, und Univ.Prof. Dr. Herbert Altrichter, JKU

Projektmitarbeit

Mag.a Manuela Gamsjäger, Dr.in Christine Plaimauer und Eva Prammer-Semmler, MA, PH OÖ

Projektbeschreibung

In unseren governancetheoretischen Analysen der Politiken der Schulautonomisierung und ihrer Umsetzung in Profilierungsprozessen, die wir am Beispiel österreichischer Sekundarschulen in Altrichter et al. (2011) analysiert haben, haben  wir feststellen können, dass Schulprofilierung nicht dazu geführt hat, dass die hierarchisch professionelle Doppelsteuerung ersetzt wurde. Allerdings sind die Koodinationsprinzipien „Wetbewerb“ (vgl. Zymek 2009) und „innerbetriebliche Hierarchie (vgl. Altrichter 2010b, 101f.) wichtiger geworden.

Neuere Instrumente der evidenzbasierten Steuerung (die im Koordina­tionsprinzip „Außensteuerung durch Zielvorgabe und Zielevaluation“ auftauchen müssten) spielten in den von uns untersuchten Schulen bislang – trotz der ministeriellen Propagierung von Schulprogrammen und schulischem Qualitäts­management – kaum eine Rolle, was sich aber mit der breiteren Implementation von Bildungsstandards und standardbezogenen Tests, die in den Zeiten unserer Datensammlung in ersten Anfängen steckte, ändern könnte.

Diesem Koordinationsprinzip der evidenzbasierten Steuerung durch die Implementation von Bildungsstandards und deren Testungen gehen wir in einem neuen Forschungsprojekt auf den Grund: Im Jahr 2012 werden in Österreich Bildungsstandards erstmals flächendeckend in der 8. Schulstufe, im Jahr 2013 in der 4. Schulstufe getestet (vgl. http://www.bifie.at/bildungsstandards). Seit der gesetzlichen Verankerung der Bildungsstandards im Schulunterrichtsgesetz im August 2008 haben  Lehrer/innen  „bei der Planung und Gestaltung [ihrer] Unterrichtsarbeit die Kompetenzen und die darauf bezogenen Bildungsstandards zu berücksichtigen sowie die Leistungen der Schüler in diesen Bereichen zu beobachten, zu fördern und bestmöglich zu sichern.“ (http://www.bifie.at/bildungsstandards).

Das Forschungsprojekt soll  Aufschluss über die Potenziale der Bildungsstandards zur Weiterentwicklung des Unterrichts und der Schulen geben, sowie mögliche Veränderungen  der Steuerung im Bildungswesen aufzeigen.  

Erhebungsdesign

Das Projekt bearbeitet seine Fragestellungen nach einer Fallstudienmethode (vgl. Yin 1989). Ein „Fall" ist im Sinne der hier vorgeschlagenen Untersuchungsstrategie die einzelne Schule. Dafür sollen drei Volksschulen und 3 Sekundarschulen eines oberösterreichischen Schulbezirkes ausgewählt werden. Dabei sollen Schulen untersucht werden, die erstmals  getestet werden (keine Pilotschulen). Bei der Auswahl soll darauf geachtet werden, möglichst unterschiedliche Schulen auszuwählen. Kriterien dabei sind: Entwicklungsbereitschaft und Schülerpopulation in Hinblick auf soziokulturelle Merkmale und Leistungsmerkmale. Die Auswahl der Schulen erfolgt nach einer Befragung von Expert/innen mit Feldexpertise (z.B. Schulaufsicht).

Anschließend werden überlappende und widersprechende Muster in den Einzelfallstudien einer Cross Case Analyse unterzogen. Die gewonnenen Hypothesen werden governancetheoretisch interpretiert und mit den Ergebnissen der Schulprofilierungsstudien verglichen.

Ergänzt wird die Fallstudienmethode durch eine Literaturanalyse.

1. Erhebungszeitpunkt: vor der Standardtestung

Für jede dieser Schulen werden relevante Dokumente gesammelt sowie 10 Interviews geführt. In einer 1. Welle werden 3-5 "FunktionsträgerInnen" interviewt; nach einer Zwischenanalyse des bis dahin gesammelten Materials werden nach der Strategie des theoretical sampling 3-5 weitere Personen auswählt, die bisher nicht hinreichend erfasste epistemologische Perspektiven und Meinungen repräsentieren sollen.

Die intermediären und zentralen Ebenen werden auf folgende Weise in der Untersuchung repräsentiert:

  • Für jede Schule der zuständige BSI (oder LSI) = max. 2 Interviews
  • Personen, die Fortbildungsmaßnahmen  im Themenfeld Bildungsstandard für die jeweiligen Schulen gestalten (Vorbreitungsphase auf die erste Testung) = max. 2 Interviews
  • Personen, die für Unterstützung und Beratung bei der Interpretation der Testergebnisse und der Entwicklung von Handlungskonsequenzen zur Verfügung stehen = max. 2 Interviews

Insgesamt: 6 mal 6-10 plus 6 Interviews = 42 - 66 Interviews

2. Erhebungszeitpunkt: Nach Erhalt der Rückmeldung

In jeder Schule werden 3-5 zentrale Akteure interviewt.

Insgesamt 6 mal 3-5 Interviews = 15 – 30 Interviews

3. Erhebungszeitpunkt: vor der zweiten Testung

Befragung der gleichen Akteure wie bei der ersten Erhebung

Insgesamt: 6 mal 6-10 plus 6 Interviews = 42 - 66 Interviews

Zeitplan (Interviews):

März/April 2012
Interviews in  SEK 1 (E1)

Mai 2012
Bildungsstandardtests in M SEK1

Herbst/Winter 2012
Rückmeldungen

Frühjahr 2013
Interviews in SEK 1 (E2)

Herbst 2015
Interviews in SEK 1 (E3)

März/April 2012
Interviews in  VS (E1)

Mai 2013
Bildungsstandard-tests in M VS

Herbst/Winter 2013
Rückmeldungen

Frühjahr 2014
Interviews in VS (E2)

Herbst 2015
Interviews in VS (E3)

 

Literatur

Altrichter, H. (2010). Netzwerke und die Handlungskoordination im Schulsystem. In N. Berkemeyer, W. Bos & H. Kuper (Hrsg.), Schulreform durch Vernetzung. (S. 95 – 116). Münster: Waxmann.

Altrichter, H. & Heinrich, M. (2007). Kategorien der Governance-Analyse und Transfor­mationen der Systemsteuerung in Österreich. In H. Altrichter, T. Brüsemeister & J. Wissinger (Hrsg.), Educational Governance (S. 55-103). Wiesbaden: VS.

Altrichter, H., Brüsemeister, T. & Wissinger, J. (Hrsg.) (2007). Educational Governance – Handlungskoordi­nation und Steuerung im Bildungssystem. Wiesbaden: VS.

Altrichter, H., Heinrich, M., Soukup-Altrichter, K. & Ziebermayr, B. (2010). Schulprofilierung im Bereich soziales und kreatives Lernen. Münster: Monsenstein und Vannerdat.

Altrichter, H., Heinrich, M. & Soukup-Altrichter, K. (Hrsg.) (2011). Schulentwicklung durch Schulprofilierung? Zur Veränderung von Koordinationsmechanismen im Schulsystem. Wiesbaden: VS.

Altrichter, H., Prexl-Krausz, U. & Soukup-Altrichter, K. (Hrsg.) (2005). Schulprofilierung und neue Informations- und Kommunikations­technologien. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Dupriez, V. & Maroy, C. (2003). Regulation in school systems: A theoretical analysis of the structural frame work of the school system in French-speaking Belgium. J. Education Policy 18, 4, 375-392.

Heinrich, M. (2009). Schulprofilierung. Wie Wettbewerb eine Schule verändert. Opladen: Barbara Budrich.

Soukup-Altrichter, K., Feyerer, E., Prammer-Semmler, E. & Prexl-Krausz, U. (Hrsg.) (2007). Was verändert sich durch Schulprofilierung? Linz: Trauner.

Yin, R. K.: Case Study Research. Design and Methods. Newbury Park 1989.

Zymek, B. (2009). Wettbewerb zwischen Schulen als Programm und Wettbewerb als Struktur des Schulsystems. In U. Lange, S. Rahn, W. Seitter & R. Körzel (Hrsg.), Steuerungsprobleme im Bildungswesen (S. 81-100). Wiesbaden: VS (zit. nach dem Ms.).

Publikationen

Altrichter, H., & Gamsjäger, M. (2017). A conceptual model for research in performance standard policies. Nordic Journal of Studies in Education Policy 3(1), 6-20. http://dx.doi.org/10.1080/20020317.2017.1316180 ISSN 2002-0317

in Vorbereitung und zum Druck angenommen

Altrichter, H. & Gamsjäger, M. (2019). Ein Wirkungsmodell für die Erforschung von Bildungsstandard-Politiken. In J. Zuber, H. Altrichter & M. Heinrich (Hrsg.), Bildungsstandards zwischen Politik und schulischem Alltag (S. 45-78). Wiesbaden: Springer VS.

Plaimauer, C., Prammer-Semmler, E. & Altrichter, H. (2019). Unterrichts- und Schulentwicklung in der Sekundarschule durch eine Politik der Bildungsstandards? In J. Zuber, H. Altrichter & M. Heinrich (Hrsg.), Bildungsstandards zwischen Politik und schulischem Alltag. Wiesbaden: Springer VS (S. 177-203).

Under review

Gamsjäger, M., Altrichter, H. & Steiner, R. (2018). Rezeption und Wirkungen der Bildungsstandards-Reform in der österreichischen Grundschule (under review), 19 Seiten.

Evaluation der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“

Projektbearbeitung

Felix Brümmer, Dr. Anja Durdel, Dr. Christiane Fischer-Münnich, Jacob Fittkau, Wiebke Weiger (Ramboll Hamburg/Berlin), o.Univ.Prof. Dr. Herbert Altrichter (Johannes Kepler Universität Linz)

Projektbeschreibung

Mit der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ unterstützen Bund und Länder die Weiterentwicklung der Lehrerbildung in Deutschland. Die "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" soll bereits begonnene Reformen an den Hochschulen unterstützen und neue Wege in der Lehrerbildung anstoßen. Hochschulen in allen deutschen Bundesländern arbeiten an Lösungen zu den aktuellen Herausforderungen der Lehrerbildung. Hierzu zählen beispielsweise die Profilierung und Optimierung der Strukturen der Lehrerbildung an Hochschulen, die Verbesserung der Praxisbezüge im Lehramtsstudium, zielgruppengerechte Angebote der Beratung und Begleitung im Studium, der Umgang mit Heterogenität und Inklusion sowie die Verbindung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaft.

Dafür stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2023 bis zu 500 Millionen Euro bereit. Für die 1. Förderphase wurden 49 Projekte ausgewählt, an denen 59 Hochschulen in allen Ländern beteiligt sind.

Im gegenständlichen Projekt wird eine programmbegleitende Evaluation der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ durchgeführt. Diese soll die Umsetzung des Förderprogramms und seine Auswirkungen auf Strukturen, Prozesse und Inhalte der hochschulischen Lehrerbildung untersuchen. Ihre Zwischenergebnisse werden Bund und Länder bei der Nachsteuerung und weiteren Ausgestaltung des Förderprogramms unterstützen. Fokussiert werden u. a.:

  • der Beitrag des Förderprogramms zu einer Profilbildung der Lehrerbildung sowie zur Optimierung ihrer institutionellen und strukturellen Bedingungen,
  • der Transfer von Erkenntnissen zwischen den programmbeteiligten Hochschulen, in die Hochschullandschaft insgesamt und in die posthochschulischen Phasen der Lehrerbildung,
  • das Auftreten von Nebenfolgen, die durch das Förderprogramm verursacht werden,
  • die Einbettung des Förderprogramms in das Förderumfeld und
  • die Ausgestaltung des Förderprogramms durch das Programmmanagement.


Publikationen

Altrichter, H., Durdel, A. & Fischer-Münnich, C. (2017). Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Ein Blick ins Umfeld. Hamburg: Ramboll, 36 Seiten.
Der Umfeldbericht zur „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ zeigt die Rahmenbedingungen auf, in denen das Programm umgesetzt wird. Der Bericht macht aktuelle Einflüsse auf die Lehrerbildung sichtbar und zeigt Akteurskonstellationen auf, durch die die Lehrerbildung gesteuert wird. Dabei wird deutlich, wie die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ bislang in der Praxis aufgenommen wird und welche weiteren Förderprogramme es in diesem Bereich gibt.
--> Zum Bericht

Brümmer, F., Durdel, A., Fischer-Münnich, C. Fittkau, J., Weiger, W. & Altrichter, H. (2018). Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Zwischenbericht der Evaluation. Hamburg: Ramboll, 143 Seiten.
Der Zwischenbericht legt die zentralen bisherigen Ergebnisse der Evaluation der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ dar.
--> Zum Bericht

Kantonale Educational Governance-Systeme

Kooperationsprojekt von Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich und der Linz School of Education der Johannes Kepler Universität

Ziele

  • Unter Berücksichtigung des aktuellen theoretischen und empirischen Forschungsstands ein theoretisches Analysemodell für die empirische Analyse von kantonalen Governance-Systemen entwickeln
  • einzelne kantonale Educational-Governance-Systeme empirisch untersuchen
  • durch vergleichende Analyse Erkenntnisse über Potenziale, Spannungsfelder und Herausforderungen für die Gestaltung von effektiven Educational Governance-Systemen herausarbeiten

Vorgangsweise

  • Recherche existierender wissenschaftlicher Literatur und Entwicklung eines  Analysemodells
  • Analyse aktueller Dokumente (Reglemente) der ausgewählten Kantone: formale Ausdifferenzierung von Aufgaben und Zielen, Akteuren, Handlungsabläufen
  • Fokusgruppengespräche mit zentralen Vertreter*innen der identifizierten Akteure (z.B. Bildungsdirektion, Schulaufsicht, Beratung, Weiterbildung) in Hinblick auf konkrete Educational Governance-Praxis

Literatur

  • Altrichter, H., Brüsemeister, T. & Wissinger, J. (Hrsg.) (2007). Educational Governance – Handlungskoordination und Steuerung im Bildungssystem. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Altrichter, H. & Maag Merki, K. (2016) (Hrsg.). Handbuch Neue Steuerung im Schulsystem. 2. Auflage. Wiesbaden: Springer VS.
  • Büeler, X. (2007). School Governance – Die Fallstudie Luzern. In H. Altrichter, T. Brüsemeister & J. Wissinger (Hrsg.) (2007). Educational Governance – Handlungskoordination und Steuerung im Bildungssystem (S. 131-155). Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

Projektleitung

Prof. Dr. Katharina Maag Merki
Universität Zürich
Institut für Erziehungswissenschaft
Freiestrasse 36
CH-8032 Zürich

Prof. Dr. Herbert Altrichter                                     
Johannes Kepler Universität