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Forschung

Forschungsfelder

Methoden

Entwicklung von Erhebungs- und Auswertungstechniken für quantitative Daten, Software-Entwicklung, Komplexe Stichproben, Datenfusion, Methodenexperimente, Qualitative Inhaltsanalyse, Qualitative Sozialforschung

Anwendungsgebiete

Gesundheitsforschung, Familienforschung, Kindheits- und Jugendsoziologie, Bildungsforschung (PISA/NEET-Jugendliche), Delinquenz und Kriminologie, Sozialpolitische Forschung und Massnahmenevaluation

Aktuelle Forschungsthemen

Methodenforschung

Die Methodenforschung ist ein zentrales Standbein der Abteilung seit Jahrzehnten. Sie wurde mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen durchgesetzt. In der Ära Holm stand die Datenanalyse und die Entwicklung von Analyseverfahren einschließlich ihrer Programmierung im Vordergrund.

In den letzten Jahren traten andere Themen in den Vordergrund. Einen Themenbereich bildet die Entwicklung und Validierung von Messinstrumenten zu unterschiedlichen theoretischen Konzepten, wie

  • Health Literacy (Gerich/Moosbrugger 2018)
  • Mitbestimmung in der Schule (Wetzelhütter/Bacher 2015)
  • Wertorientierung und Messung der Wertetransmission (siehe Werteforschung)
  • Soziale Ungleichheit (siehe SoWiDat-Österreich)
  • Präsentismusverhalten (Gerich 2015)

Einen anderen Schwerpunkt bildet die Mitwirkung am sozialen Survey Österreichs (siehe SSÖ 2016). Hier wurden Daten gesammelt, die die Analyse von Interviewereinflüssen ermöglicht (Publikationen in Vorbereitung).

Weitere Forschung beschäftigte sich mit der Fusion von Daten (Bacher/Prandner 2018) zur optimalen Nutzung von vorhandenen Sekundärdaten. Es wurde ein formales Modell entwickelt, dass Ableitungen ermöglicht, unter denen eine Fusion von Daten eine bessere Datenqualität bereitstellt als eine vollständige Befragung aller Daten. Zudem wurde aufgezeigt, dass eine Datenfusion mit den verfügbaren Standardstatistikprogrammen möglich ist.

Laufzeit: ab Berufung Holm

Finanzierung: Großteils Eigenprojekte

Mitwirkende AbteilungsmitarbeiterInnen/Kontaktpersonen: Bacher, Gerich, Moosbrugger, Prandner

Quellen:

Bacher, J., Prandner, D. (2018): Datenfusion in der sozialwissenschaftlichen Wahlforschung, in: OZP – Austrian Journal of Political Science, 47 (2), 61–76.

Gerich J., Moosbrugger, R. (2018): Subjective Estimation of Health Literacy – What Is Measured by the HLS-EU Scale and How Is It Linked to Empowerment? in: Health communicationCommunication, 33 (3), 254-264. DOI: 10.1080/10410236.2016.1255846

Wetzelhütter D., Bacher J. (2015): How to Measure Participation of Pupils at School. Analysis  of  Unfolding  Data Based on Hart’s Ladder of Participation,  in:  methods, data, analysis, 9 (1), 111-136. DOI: 10.12758/mda.2015.004

Gerich, J. (2015). Sick at Work: Methodological Problems with Research on Workplace Presenteeism, in: Health Services and Outcomes Research Methodology 15(1): 37-53, DOI: 10.1007/s10742-014-0131-z.

 

SoWiDat-Österreich: Sozialwissenschaftliche Dateninfrastruktur, ISSP-Österreich

Im Rahmen des Projektes werden Daten im Zusammenhang mit den International Social Survey Programme (ISSP) in Österreich erhoben und analysiert. Ziel ist es, insgesamt vier ISSP Erhebungen durchzuführen und die gewonnenen Daten sozialwissenschaftlich zu analysieren. In den eingesetzten Erhebungsinstrumenten finden sich je nach Befragungszeitpunkt themenspezifische Fragen zu Einstellungen der österreichischen Bevölkerung. Darüber hinaus sind Fragenprogramme der ISSP-Erhebungen inkludiert, sodass Vergleiche mit europäischen und außereuropäischen Ländern möglich sind.

In der ersten Welle 2018 wurden die Themen soziale Netzwerke und Unterstützung, soziale Deprivation sowie Religion betrachtet.

Die Grundfinanzierung des Projekts erfolgt durch eine Förderung des BMWFW im Rahmen einer Kooperationsausschreibung für Hochschulraum-Strukturmittel (HRSM). Durchgeführt wird das Projekt als Kooperation zwischen den Universitäten Graz, Wien, Salzburg und Linz. Die Leitung obliegt der Universität Graz. Neben inhaltlichen Ergebnissen und Erkenntnissen zur Methodenforschung wird damit auch ein Beitrag zum Aufbau einer sozialwissenschaftlichen Dateninfrastruktur in Österreich geleistet.

Forschungsdokumentation der JKU: https://www.jku.at/forschung/forschungs-dokumentation/forschungsprojekt/4615/

Laufzeit: 2018-2021

Finanzierung: BMWFW

Mitwirkende Abteilungsmitarbeiter/Kontaktpersonen: Robert Moosbrugger (Lead), Johann Bacher, Dimitri Prandner

Sozialer Survey Österreich - Welle 4 - 2016

Im Rahmen des Sozialen Survey Österreich werden seit 1986 mittels Repräsentativbefragungen Daten über die Wertorientierungen, Einstellungen und Verhaltensweisen der österreichischen Wohnbevölkerung erhoben.

Die vierte und aktuell letzte Welle des Projekts fand 2016 unter Leitung von Univ. Prof. Dr. Johann Bacher statt.

Die mehr als 2000 Befragten beantworteten neben einem umfangreichen nationalen Fragenkatalog auch zwei Module aus dem International Social Survey Programme - Citizenship II und Work Orientations III zwei ISSP-Erhebungen.

Zusätzlich fand im Rahmen des Sozialen Surveys 2016 auch eine Telefonumfrage unter 600 Personen mit türkischen oder ex-jugoslawischen Wurzeln statt. Dadurch konnte erstmals umfangreiches Datenmaterial zu den zwei größten, nicht-deutschsprachigen MigrantInnengruppen gewonnen und eine zentrale Forschungslücke geschlossen werden.

Neben inhaltlichen Aspekten dient das Datenmaterial als Ausgangspunkt für methodische Fragestellungen und als fundamentaler Baustein für den Aufbau sozialwissenschaftlicher Forschungsinfrastruktur in Österreich: Der SSÖ2016 ist einer der ersten zentralen Datensätze von AUSSDA – the Austrian Social Science Data Archive.

Die Grundfinanzierung des Projekts erfolgte durch eine Förderung des BMWFW und wurde als Kooperation zwischen den Universitäten Graz, Linz und Wien realisiert.

Die Ergebnisse des Projekts wurden im Sammelband „Sozialstruktur und Wertewandel in Österreich. Trends 1986-2016“ im Springerverlag veröffentlicht.

Laufzeit: 2015 - 2018

Finanzierung: BMWFW

Mitwirkende Abteilungsmitarbeiter/Kontaktpersonen: Bacher (Lead), Beham-Rabanser, Grausgruber, Moosbrugger, Prandner

Publikationen zum Projekt:

Bacher J., Grausgruber A., Haller M., Höllinger F., Prandner D., Verwiebe R. (Hrsg.) (2018): Sozialstruktur und Wertewandel in Österreich. Trends 1986-2016. Wiesbaden: Springerverlag. https://www.springer.com/de/book/9783658210809 

Bacher J., Prandner D. (2018): Datenfusion in der sozialwissenschaftlichen Wahlforschung–Begründeter Verzicht oder ungenutzte Chance? Theoretische Vorüberlegungen, Verfahrensüberblick und ein erster Erfahrungsbericht. Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, 47(2), 61-76. https://webapp.uibk.ac.at/ojs/index.php/OEZP/article/view/2025

Moosbrugger R., Bacher J. (2019): The end of educational mobility: Towards a two-class structure in Austria’s educational system? International Journal of Sociology, 48(3), 274-293. doi: 10.1080/00207659.2018.1483052

Erhebungsinstrumente und Daten:

Bacher, Johann; Beham-Rabanser, Martina; Grausgruber, Alfred; Haller, Max ; Höllinger, Franz; Muckenhuber, Johanna; Prandner, Dimitri; Verwiebe, Roland, 2018, "Social Survey Austria 2016 – Open Access File", AUSSDA, Vienna. doi:10.11587/EHJHFJ

ISSP Research Group (2016): International Social Survey Programme: Citizenship II - ISSP 2014. GESIS Data Archive, Cologne. doi:10.4232/1.12590

ISSP Research Group (2017): International Social Survey Programme: Work Orientations IV - ISSP 2015. GESIS Data Archive, Cologne. doi:10.4232/1.12848

Werteforschung - Messung von Wertorientierungen und Prüfung von Wertetheorien

Schwerpunkt in diesem Forschungsfeld der empirischen Sozialforschung bildete in den letzten Jahren die Validierung der Wertetheorie des Sozialpsychologen Shalom Schwartz (https://www.researchgate.net/profile/Shalom_Schwartz ). Dazu wurde eine quasi-experimentelle Studie an der JKU und der University of Cape Town (UCT) durchgeführt, aus der bereits zwei Zeitschriftenaufsätze hervorgegangen sind:

  • De Wet J., Bacher J., Wetzelhütter D., 2015: Towards greater validity in Schwartz’s portrait values indicator using experimental research, in Springer Netherlands, in Quality and Quantity, Serie DOI 10.1007/s11135-015-0221-1 
  • De Wet J., Wetzelhütter D., Bacher J., 2018: Revisiting the transsituationality of values in Schwartz’s Portrait Values Questionnaire, in Quality & Quantity, Vol. Online, https://doi.org/10.1007/s11135-018-0784-8

Zusätzlich wurde begonnen, die Wertetransmission, die Vermittlung von Wertorientierungen an Personen, zu untersuchen. Erste Publikation hierzu:

  • Bacher, J.; Beham-Rabanser, M.; Prandner, D., 2019: Subjektiv erlebte Prägung der Werthaltungen durch nahe Bezugspersonen. In: Bacher, J. u.a. (Hg.): Sozialstruktur und Wertewandel in Österreich. Trends 1986 -2016. Wiesbaden-Springer VS, 71-.94.

Die zukünftige Forschung in diesem Forschungsfeld konzentriert sich auf drei Themenbereiche:

  1. Universalität der Wertetheorie von Schwartz (z.B.: Erfasst die Theorie von Schwartz alle menschlichen Werte?)
  2. Wertorientierungen von Organisationen (z.B.: Wie können Wertorientierungen von Universitäten gemessen werden?)
  3. Wertevermittlung durch Universitäten (z.B.: Vermitteln Universitäten ihre Werte an Studierende?)

Bei dem Forschungsfeld handelt es sich um ein Kooperationsprojekt von

  • Johann Bacher, Johannes Kepler Universität Linz JKU)
  • Chigozie Nnebedum, Godfrey Okoye University (GOU) und Johannes Kepler Universität Linz JKU)
  • Jacques de Wet, University of Cape Town (UCT)
  • Heinz Leitgöb, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU)
  • Daniela Wetzelhütter, University of Applied Sciences Upper Austria

Laufzeit: ab 2015

Finanzierung: Eigenprojekt

Mitwirkende Abteilungsmitglieder/Kontaktpersonen: Johann Bacher (Lead), Martina Beham-Rabanser, Chigozie Nnebedum, Dimitri Prandner

Arbeitsbedingungen und Gesundheit

Im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte werden gesundheitliche Auswirkungen von Arbeitsbedingungen und Organisationsformen von Erwerbsarbeit auf Gesundheit und Wohlbefinden von ArbeitnehmerInnen untersucht. Ebenso wird das Verhalten im Krankheitsfall (Krankenstands- und Präsentismusverhalten) sowie dessen organisatorischen und gesellschaftlichen Determinanten analysiert.

In diesen Forschungsprojekten wird beispielsweise folgenden Fragen nachgegangen:

  • Welche organisationsbezogenen Rahmenbedingungen und welche Tätigkeitsmerkmale können zu einer Reduktion gesundheitsabträglicher Folgen von arbeitsbezogenen Stressoren beitragen?
  • Welche Rolle spielt die subjektive Bewertung von Stressoren für deren Auswirkungen auf die Gesundheit von ArbeitnehmerInnen und wodurch wird diese Bewertung moderiert?
  • Welche Motive und welche organisatorischen Rahmenbedingungen sind mit dem Entscheidungsverhalten zwischen Krankenstand und Präsentismus von ArbeitnehmerInnen im Krankheitsfall assoziiert?   

Laufzeit: ab 2016

Finanzierung: Teilprojekte durch unterschiedliche Förderstellenung

Mitwirkende Abteilungsmitarbeiter/Kontaktpersonen: Joachim Gerich

 

Ausgewählte Publikationen zu diesem Forschungsschwerpunkt:

Gerich, J. (2018). Sickness presenteeism as coping behavior under conditions of high job control. German Journal of Human Resource Management, doi:10.1177/2397002218794837.

Gerich, J. (2017). The Relevance of challenge and hindrance appraisals of working conditions for employees' health. International Journal of Stress Management, 24(3): 270-292, doi: 10.1037/str0000038.

Gerich, J. (2016). Determinants of Presenteeism Prevalence and Propensity: Two Sides of the same Coin? Archives of Environmental and Occupational Health 71 (4): 189-198, DOI: 10.1080/19338244.2015.1011268.

Lebensbedingungen von gehörlosen Menschen mit Mehrfachbeeinträchtigung

Dieses Forschungsprojekt wird in Kooperation mit dem Institut für Sinnes- und Sprachneurologie, Konventhospital Barmherzige Brüder Linz unter der Leitung von Prim. Dr. Johannes Fellinger durchgeführt. Neben der Erforschung der Determinanten der Lebensqualität wird der Frage nachgegangen, in welcher Form und unter welchen Rahmenbedingungen valide und reliable Selbstauskünfte zur Lebensqualität von gehörlosen Menschen mit Mehrfachbeeinträchtigung möglich sind. Weiters werden Übereinstimmungen und Divergenzen zwischen Selbstauskünften und Fremdeinschätzungen der Lebensqualität untersucht.

Das Forschungsprojekt greift auf vorausgehende Projekte und Kooperationen mit Prim. Dr. Fellinger zurück.

Projektlaufzeit: 8/2017 – 8/2019

Finanzierung: Eigenmittel

Mitwirkende: Assoz.-Univ.-Prof. Dr. Joachim Gerich (JKU), Prim. Dr. Johannes Fellinger, Dall Magdalena Msc (KH Barmherzige Brüder Linz)

Vorausgehende Publikationen:

Gerich, J., Fellinger, J. (2012). Effects of Social Networks on the Quality of Life in an Elder and Middle-aged Deaf Community Sample. Journal of Deaf Studies and Deaf Education. 17/1: 102-115.

Fellinger, J.,. Holzinger, D., Dobner, U., Gerich, J., Lehner, R,. Lenz. G., Goldberg, D.P. (2005). Mental distress and Quality of Life in a deaf population. Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology, 40/9: 737-742.

Forschungsdokumentation (FODOK)

Forschungsdokumentation JKU Publikationen, Vorträge, Forschungsprojekte, Scientific Community Service

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